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Skandal! Der Staat wächst.

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Nun ist der Wahl­kampf 2015 wohl schon lang­sam vor der Tür und schlen­dert noch vor Weih­nach­ten durch die Gas­sen und Fo­ren. Ein ganz gros­ses Thema wer­den tod­si­cher un­sere Staats­aus­ga­ben sein.

Eins ist klar: Geld regiert die Welt – und wenn die Welt schon so gut mit dieser Regierung gefahren ist werden wir doch wohl nicht abseits stehen wollen...

 

 

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"D​​er Staat wächst. Er schafft immer neue Stellen und schafft so ein bürokratische Monstrum, dass wir Bürger fortwährend füttern müssen. Der Sozialstaat feiert sozialistische Ur-stände, bevormundet den Bürger und gängelt die Wirtschaft mit neuen, moralistischen Vorschriften und wird sie damit erwürgen. Und dann noch überall diese Anspruchshaltung: Alle wollen nur noch Wohlfahrtsstaat und niemand übt mehr Selbstverantwortung. Skandal!"

Im​​​​ angegammelten Stil der Neunziger Jahre werden wir solche neoliberal unterbelichtet arrangierte Dramen serviert bekommen. Und solange sich die staatstragende bürgerliche Mitte nicht davon distanziert, muss diese sich nicht wundern, wenn sie bei jeder Wahl zwischen immer radikaleren Blöcken weiter aufgerieben wird.

 

 

Na​​​​türli​​​ch wächst die Zahl der Staatsangestellten in der Schweiz. Schliesslich wächst die Schweiz selbst auch, und das nicht zu knapp und auch nicht ohne Nebengeräusche. Es müsste mit einem Wunder zugehen, wenn bei wachsenden Problemen auch die Kosten sinken. Aber die Sache mit dem „bürokratischen Monster“ klingt natürlich besser. Von Impulsprogrammen, der reibungslosen aber umfangreichen Anpassungen an das EU-Recht, den Staatsverträgen für teilweise kriminelle Banken und den umfangreichen und kostspieligen Unternehmenssteuerref​​​​​​​​ormen wollen wir gar nicht reden. Ebenso müssen freier Personenverkehr und stark beanspruchte Infrastruktur in Stand gehalten werden.

 

Und genau hier liegt ein erster Knackpunkt:

Das alles sind sehr teure Services, welche nicht in erster Linie die Bedürfnisse der Bürger sondern zu 100% die Anspruchshaltung der Unternehmer in diesem Land befriedigen. Kein Wunder dass unsere Kosten steigen!

 

 

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Nebe​​​n dem Service Publique gibt es noch einen Service Privé, der im Kern die Dinge enthält, die uns heute die grossen Probleme bereiten: EU-Richter, Personenfreizügigkeit​​​​​​​​, Masseneinwanderung, Staatsverträge und knappe Staatskassen dank Steuergeschenken an Weltkonzerne und Bankenrettungen sind die Probleme die wir kaum den Bürgern - sondern der Wirtschaft zuliebe auf uns nehmen!

 

Dafür​​​​​​​​ sollten wir aber ganz gewiss eine Gegenleistung erwarten dürfen: „Die Wirtschaft schafft Arbeitsplätze“ - so suggeriert es doch das neoliberale Dogma des letzten Jahrhunderts.

 

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Hier​zu ein kleiner Crashkurs: Wirtschaft für Dummies

Tatsächlic​​​​​​​​h ist das Ziel allen Wirtschaftens das schaffen von Gewinn – bei möglichst tiefen Kosten. Und man muss schon sehr weit hinten im Grundkurs Betriebswirtschaft gesessen sein um nicht zu bemerken, dass Arbeitsplätze auf der Kostenseite stehen. Arbeitsplätze sind ein kollateral Schaden, den der Betriebswirtschafter zähneknirschend in Kauf nimmt und mit billigem, fertig ausgebildetem und mobilen Humanmaterial aus dem nahen Ausland möglichst klein hält.

 

Wer das nicht so recht glauben mag soll sich doch in Erinnerung rufen, wie die Börse reagiert, wenn der Wirtschaftsführer einer grossen Firma tausende von Stellen streicht: Na, klingelts? Exakt. Der Kurs steigt satt an, Applaus der Anleger brandet auf und Korken knallen.

 

 

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Tats​​​​ac​he ist: Der Staat schafft in der Schweiz praktisch als einziger noch Stellen – die Wirtschaft tut es kaum noch! Obwohl die Unternehmensgewinne rekordhoch und die Zinsen rekordtief sind.
(zitieren wir hierzu ausnahmsweise mal den Blick: http://www.blick.ch/n​​​​​​​​ews/wirtschaft​/​v​o​n​t​o​b​el/1950​00​-j​ob​s-​in​-2​0-​​jah​ren​-nu​r-d​er-​s​ta​a​t-​s​chaf​ft-n​e​ue-​s​tel​l​en-​i​d22​05​024​.h​tml​)

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Und​ genau hier liegt der zweite Knackpunkt: Wir haben zwar die Probleme im Land - werden aber um die Gegenleistung betrogen. Wir bezahlen die Zeche, müssen aber selbst kochen und die Zutaten auch noch selbst mitbringen.

 

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D​​​​ie Unternehmer, die sich wirklich noch als echte „Arbeitgeber“ verstehen sterben leider langsam aus. Die staatstragende Bürgerliche Mitte daher ebenfalls.

 

 

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Kommentare von Lesern zum Artikel

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56%
(9 Stimmen)
Lars von Lima sagte October 2014

Hier diffamieren leider ganz andere die Bundesangestellten und zwar permanent jene bei der AHV / IV. Können Budgets nicht mehr mit schwarzen Zahlen erstellt werden, müssen die über kurz oder lang angepasst, d.h.zurüxckgefahren, werden.- Das wird zwngsläufig zu Entlassungen führen, in allen Verwaltungen. Die Sozialbudgets müssen ebenfalls zwangsläufig dran glauben. Was das allerdings bedeutet für die Aufgabenerledigung der idiotischen Verregulierung und bei den Leistungsempfängern, kann man sich lebhaft vorstellen. Si​ehe die marode haarsträubende Situation in vielen deutschen Kommunen und die Zustände in den dortigen neuen Aufnahmelagern für Asylanten. Die Sozialbombe ist dort bereits kurz vor der Explosion.


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58%
(12 Stimmen)
Lars von Lima sagte October 2014

Das Delta zwischen der Zunahme von Staataufgaben und den Staatsstellen, versus der darüber liegenden Kurve von staatlicher Stellenanspruchsmenta​lität wurden m. W. noch nie aufgezeigt. Wir kommen aber immer mehr an den Punkt, wo, trotz staatlichem fetten Personalgerippe, Aufgaben zurück gefahren werden müssen, weil schlicht nicht mehr bezahlbar. Was dann mit dem 'Gerippe' geschieht, muss nicht weiter kommentiert werden.


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73%
(11 Stimmen)
Peter Kistler sagte October 2014

Sehr geehrter Herr Willi Wild, beim Ist-Zustand kann ich Ihnen zustimmen mit dem moderaten Zuwachs von Bundesverwaltungsbeam​ten. Ich bin jedoch der Auffassung, dass man in diesem Sektor noch einige Einsparungen machen könnte. So verlangen wir immer wieder föderalistische Organisationen, die immer höhere Kosten verursachen. An erster Stelle die Beratermandate einzelner Bundesämter die an Freischaffende vergeben werden. Dann stellt sich für mich auch die Zukunftsfrage, weshalb wir 26 Kantone haben müssen, es könnte doch ausreichen, die Schweiz in maximal 12 Kantone aufzuteilen. Damit könnten doch schon viele Regierungs- und Beamtenlohnkosten eingespart werden. Die Folge davon wäre auch eine Vereinfachung vieler überorganisierter Abteilungen in den Gemeinden und Kantonen. In vielen Segmenten bekommt man heute den Eindruck, dass viele Beamte nach Arbeit suchen müssen, um ihr Dasein zu bestätigen. Eine mögliche Zukunftslösung die man analysieren sollte.


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38%
(13 Stimmen)
- - sagte October 2014

"Skandal! Der Staat wächst." --- Mit dem Begriff "Staat" wird ein abgegrenztes Gebiet bezeichnet, Herr Michel, ein Land. Dieses Gebiet gehört zu einer Föderation oder ist autonom. Ein Staat wächst, wenn er weitere Gebiete annektiert, was die Schweiz nicht tut. Sie wächst also nicht. --- Möglich​erwei​se nimmt aber in der Schweiz der Stellenbestand der Bundesverwaltung zu; der Bestand ist aber immer noch moderat: --- "Ein​ Blick über die Landesgrenze zeigt, dass der Stellenbestand der Bundesverwaltung als moderat beurteilt werden kann. Eine wichtige Kennzahl bildet dabei das Verhältnis der Anzahl Angestellter in der öffentlichen Verwaltung zur Anzahl Angestellter in der Wirtschaft. In der Schweiz ist dieses Verhältnis 1 zu 11, das heisst, auf 11 Angestellte in der Wirtschaft entfällt ein Angestellter in der öffentlichen Verwaltung (Bund, Kantone und Gemeinden). Dies ist im internationalen Vergleich ein Spitzenwert." ​--- http://ww​w.efd.admin​​.ch/dokum​entation/z​ah​len/0057​9/00609/0​2009​/index.​html?lan​g=de


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67%
(9 Stimmen)
Hans Stampfli sagte October 2014

«... Ein Staat wächst, wenn er weitere Gebiete annektiert, was die Schweiz nicht tut. ...» Wir brauchen doch gar nichts zu annektieren: http://www.fo​cus.de/politik/deutsc​hland/von-wegen-die-s​pinnen-die-schweizer-​warum-viele-deutsche-​gerne-teil-der-grossm​acht-schweiz-waeren_i​d_4030014.html ​n - Die wollen ja freiwillig zu uns, weil wir den "Laden" offenbar besser im Griff haben, als die Eurokraten in Brüssel.


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67%
(9 Stimmen)
Dany Schweizer sagte October 2014

Na Herr Stampfli - Nagel mit kleinstem Hammer in der Mitte getroffen - Gratuliere


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63%
(8 Stimmen)
adrian michel sagte October 2014

Der grosse Skandal ist doch eigentlich: Warum schafft der Staat in der Schweiz praktisch als einziger noch Stellen? Das wäre ja doch laut neoliberalem Dogma der Job der Wirtschaft...


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60%
(10 Stimmen)
Alex Schneider sagte October 2014

Mehr Staatsstellen sind Konsequenz aus neuen Anforderungen an die Staatsaufgaben ​nEine stabile Staatsquote ist eine zwar politisch gut vermittelbare, aber eine unadäquate Zielvorgabe, entwickeln sich doch die verschiedenen Ansprüche der Gesellschaft an die Güter- und Dienstleistungsversor​gung nicht im Gleichschritt mit dem Bruttoinlandsprodukt (BIP), sondern im Zeitablauf höchst unterschiedlich. So hat sich zum Beispiel der Anteil der Nahrungsmittelversorg​ung am BIP stark reduziert, jener der Gesundheitsversorgung​ hingegen erhöht. Wenn sich die Ansprüche der Gesellschaft an staatliche Leistungen erhöhen, dürfen auch die Zahl der Staatsstellen und die Staatsquote steigen.


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