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Rettungen mit einmotorigen Helikoptern weiterhin erlauben

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In der Schweiz haben Luftret­ter fi­nan­zi­elle Schwie­rig­kei­ten mit der Erfüllung einer EU-Richt­li­nie, die ein­mo­to­rige He­li­ko­pter bei Rettungseinsätzen verbietet. 

"(…) ​​Wegen Unklarheiten und Übergangsfristen hatte die Schweizer Behörde aber in Gebirgsregionen einmotorige Helikopter provisorisch noch zugelassen. Zum Glück für die Air-Glaciers. Denn nur ein einziger ihrer zwanzig Helikopter ist zweimotorig. Dies im Gegensatz zur Rega. Deren siebzehn Maschinen sind alle mit zwei Triebwerken ausgerüstet."

Die​​​ "Air-Glaciers" findet, dass zweimotorige Hubschrauber über dem Meer Sinn machen, aber nicht in den Bergen.

"(…) Für Gewerbe- und Tourismustransporte, wie sie die Air-Glaciers mehrheitlich ausführt, würden zweimotorige Maschinen deshalb nie rentieren. Umgekehrt könnte die Air-Glaciers aber allein mit Gewerbeaufträgen und Touristenflügen ihre Helikopterflotte kaum auslasten."

Ihr droht nun das Ende, weil die Umstellungsfrist bereits im Oktober 2014 abläuft. Wenn die Schweiz bis dahin mit der EU keine Ausnahmen aushandelt, sind Rettungen mit einmotorigen Helikoptern dann Geschichte.

"(…) ​​​Offensichtlich ist, dass die europäischen Helikopterhersteller hinter den neuen Regeln stecken, weil sie im Gegensatz zu den Amerikanern seit einiger Zeit auf Zweimotorigkeit setzen. Dass hinter der EU-Richtlinie mehr Lobbyisten als Sicherheitsexperten stecken, scheinen auch die Beamten im Bazl festgestellt zu haben. Sie streben jetzt jedenfalls einen Kompromiss an. (…)"

http://www.b​​​ernerzeitung.ch/sch​w​e​iz/standard/Die-R​eg​a-​bringt-AirGlaci​ers​-in​-Notlage/stor​y/23​3865​20

Ich finde es richtig, dass das "Bundesamt für Zivilluftfahrt" (Bazl) mit den EU-Behörden einen Kompromiss aushandeln möchte. Sind Sie auch dieser Meinung? Fassen Sie diese doch bitte in Worte! Danke.

(Das ist kein "Chat", sondern ein "Blog". Ich aktualisiere alle meine Blogs über längere Zeit, wie es die Regeln über diese tagebuchähnliche Kommunikationsform vorsehen, und nehme natürlich auch gerne weiterführende Vorschläge entgegen.)


Kommentare von Lesern zum Artikel

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33%
(3 Stimmen)
- - sagte August 2014

Ich bin überrascht, dass die Mehrheit hier kompromisslos für dir Einführung der zweimotorigen Hubschrauber nach der EU-Richtlinie gestimmt hat. Mir soll's recht sein.


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100%
(11 Stimmen)
Inge Votava sagte July 2014

Also, wenn ich mal einen Rettungsheli brauchen sollte, wäre es mir gleichgültig wieviele Motoren er hätte. Hauptsache er fliegt sicher und bringt mich innert nützlicher Frist ins Spital.


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38%
(13 Stimmen)
Bea Habegger sagte June 2014

Willi, zum wiederholten Male, die Schweiz ist nicht in der EU, es geht diese Bürokratenn einen feuchten Husten an, womit hierzulande Flugrettung betrieben wird.


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36%
(11 Stimmen)
- - sagte June 2014

Die Mehrheit hier ist also dagegen, dass mit der EU ein Kompromiss ausgehandelt wird. Gemäss den bilateralen Verträgen mit den Mitgliedern der EU muss also die Schweiz nun die einmotorigen Rettungshubschrauber ersetzen.

Die Schweiz hat nämlich die folgenden Verordnungen vertraglich anerkannt:

ZITAT
​VO (EU) 965/2012 – Technische Vorschriften und Verwaltungsverfahren in Bezug auf den Flugbetrieb (gilt ab dem 28. Oktober 2012).
VO (EU) 923/2012 – Gemeinsame Luftverkehrsregeln und Betriebsvorschriften für Dienste und Verfahren der Flugsicherung.
VO (EU) 748/2012 – Durchführungsbestimmu​ngen für die Erteilung von Lufttüchtigkeits- und Umweltzeugnissen für Luftfahrzeuge und zugehörige Produkte, Bau- und Ausrüstungsteile sowie für die Zulassung von Entwicklungs- und Herstellungsbetrieben​ (erweitert und geändert durch VO (EU) 7/2013).
VO (EU) 1332/2011 – Gemeinsame Anforderungen für die Nutzung des Luftraums und gemeinsame Betriebsverfahren für bordseitige Kollisionswarnsysteme​.
VO (EU) 1178/2011 – Technische Vorschriften und Verwaltungsverfahren in Bezug auf das fliegende Personal in der Zivilluftfahrt (erweitert und geändert durch VO (EU) 290/2012).
VO (EU) 1034/2011 – Sicherheitsaufsicht im Bereich des Flugverkehrsmanagemen​ts und der Flugsicherungsdienste​ und zur Änderung der Verordnung (EU) Nr. 691/2010.
VO (EU) 805/2011 – Detaillierte Vorschriften für Fluglotsenlizenzen und bestimmte Zeugnisse.
VO (EG) 300/2008 – Gemeinsame Vorschriften für die Sicherheit in der Zivilluftfahrt.
VO (EG) 216/2008 – Festlegung gemeinsamer Vorschriften für die Zivilluftfahrt und Errichtung einer Europäischen Agentur für Flugsicherheit (erweitert und geändert durch VO (EG) 690/2009, VO (EG) 1108/2009, VO (EU) 6/2013).
VO (EG) 859/2008 – Gemeinsame technische Vorschriften und Verwaltungsverfahren für den gewerblichen Luftverkehr mit Flächenflugzeugen.
V​O (EG) 8/2008 – Gemeinsame technische Vorschriften und Verwaltungsverfahren für den gewerblichen Luftverkehr mit Flächenflugzeugen (EU-OPS).
VO (EG) 1008/2008 – Gemeinsame Vorschriften für die Durchführung von Luftverkehrsdiensten in der Gemeinschaft (Air Operator Certificate, AOC).
VO (EG) 768/2006 – Erhebung und Austausch von Informationen über die Sicherheit von Luftfahrzeugen, die Flughäfen in der Gemeinschaft anfliegen, und Verwaltung des Informationssystems.

VO (EG) 261/2004 – Gemeinsame Regelung für Ausgleichs und Unterstützungsleistun​gen für Fluggäste im Fall der Nichtbeförderung und bei Annullierung oder großer Verspätung von Flügen und zur Aufhebung der Verordnung.
VO (EG) 1702/2003 – Bescheinigung über die Prüfung der Lufttüchtigkeit (EASA-Formular 15a) (aufgehoben durch VO (EU) Nr. 748/2012).
VO (EG) 2042/2003 – Aufrechterhaltung der Lufttüchtigkeit von Luftfahrzeugen und luftfahrttechnischen Erzeugnissen, Teilen und Ausrüstungen und die Erteilung von Genehmigungen für Organisationen und Personen, die diese Tätigkeiten ausführen (erweitert und geändert durch VO (EG) 707/2006, VO (EG) 376/2007, VO (EG) 1056/2008, VO (EU) 127/2010, VO (EU) 962/2010, VO (EU) 1149/2011, VO (EU) 593/2012).
ZITAT ENDE

http://de.wik​ipedia.org/wiki/Liste​_von_Rechtsvorschrift​en_zum_Luftverkehr#Eu​rop.C3.A4isches_Gemei​nschaftsrecht


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40%
(10 Stimmen)
- - sagte June 2014

Rettung an der Schilthornbahn: Auf dem Bild sieht man einen einmotorigen Helikopter.

ZITAT

​Sechs Helikopter sind im Einsatz bei der Schilthornbahn. «Die Kabinen stecken fest», sagt Leserreporter Richard Senti Blick.ch. «Die Menschen in den Kabinen werden evakuiert.»
ZITAT ENDE



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64%
(11 Stimmen)
Paul Rohner sagte June 2014

Es geht die EU einen feuchtem D..ck an, ob die Retungsflugwacht mit ein oder zweimotorigen Helikoptern stets erfolgreiche Rettungsflüge unternimmt in der Schweiz. Wenn sich EU Bürger unvorsichtig ja leichtsinnig in den Bergen verkalkulieren und in Bergnot geraten, wollen Diese dann warten bis irgendwo ein zweimotoriger Heli zur Verfügung steht. Keiner Dieser EU Parlamentarier kann unseren Rettungshelfern irgend etwas vormachen, geschweige so etwas überhaupt bewerkstelligen.

W​enn einige zusammen Karten Spielen heisst es: Nicht Spieler Maul halten. Dies gilt mit Sicherheit auch hier.


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42%
(12 Stimmen)
- - sagte June 2014

67% hier sind dagegen, dass die Schweiz mit den EU-Behörden einen Kompromiss aushandeln soll, so z. B. in bestimmten Fällen auch einmotorige Hubschrauber zuzulassen. Deren Begründung fehlt leider.


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50%
(12 Stimmen)
- - sagte June 2014

Die hinsichtlich der Flugsicherheit anwendbaren Vorschriften zur Ausbildung der Piloten und zur Ausrüstung der Luftfahrzeuge sind in der EU einheitlich. Die Schweiz hat diese Bestimmungen im Rahmen des bilateralen Abkommens mit der EU übernommen und sie muss sich an dieses Abkommen halten.

http://www​​​.parlament.ch/d/suc​h​e​/seiten/geschaeft​e.​as​px?gesch_id=201​338​82


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54%
(13 Stimmen)
Bea Habegger sagte June 2014

"In der Schweiz haben Luftret­ter fi­nan­zi­elle Schwie­rig­kei­ten mit der Erfüllung einer EU-Richt­li­nie, die ein­mo­to­rige He­li­ko­pter bei Rettungseinsätzen verbietet."

Willib​ald von Wildenstein, das muss mächtig ein Problem sein zu begreifen, aber zur Erinnerung einmal mehr: Die Schweiz ist nicht EU-Mitglied. Im Weiteren sind Richtlinien ohnehin "Empfehlungen".

Die EU hätte genug zu tun, ihre z. T. mehr als fragwürdigen "Richtlinien" mal unter die Lupe zu nehmen, statt ihre Nasen in alle Staaten reinzustecken und überall Unruhe zu stiften.


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70%
(10 Stimmen)
Otto Jossi sagte June 2014

Grundsätzlich sollten wir für Heliflüge innerhalb der Schweiz nichts mit der EU aushandeln, sondern autonom bestimmen. Im vorliegenden Fall geht es mehr um einen Streit zwischen Air-Glaciers und Rega. Die Rega fürchtet schon seit Langem mehr Konkurrenz. Es war auch Thema (Konkurrenz) weil der TCS "eigene" Rettungsflugzeuge favorisieren wollte und will.


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50%
(14 Stimmen)
Lars von Lima sagte June 2014

Unglaublich, diese Sorgen, die hier besprochen werden. Vermutlich liegt es an der Biegung der Rotorblätter?


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31%
(13 Stimmen)
- - sagte June 2014

Auch in Deutschland werden Rettungsdienste durch die neue EU-Richtlinie bedroht, so in Niedersachsen:

"La​ut der Niedersächsächsischen​ Krankenhausgesellscha​ft wird die Luftrettung in Niedersachsen durch die neue Vorschrift stark eingeschränkt. Jeder zweite Klinik-Landeplatz könne dann nicht mehr angeflogen werden, sagt der stellvertretende Direktor Marten Bielefeld NDR 1 Niedersachsen. (…)

http://www.ndr​.de/nachrichten/niede​rsachsen/Niedersachse​ns-Luftrettung-in-Gef​ahr,luftrettung170.ht​ml


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