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Märchen sind wissenschaftlich nicht verifizierbar, also sinn

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Wer sich über den Titel wundert, dem sei in Erinnerung gerufen, dass Richard Dawkins, der weltberühmte Atheist und Autor von „Der Gotteswahn“, vor ein paar Jahren verkündete:

„Die meisten Märchen halten einer genauen Untersuchung nicht stand.

 

Leider hat er mit dieser Einstellung den Nerv der Zeit getroffen. Kreativität, Kultur und

die Künste werden systematisch aus unserem Bildungssystem entfernt oder kleingeredet. Wer sich kreativen Fächern zuwendet, dem wird gewarnt, er werde eine brotlose Zukunft vor sich haben.

 

Selbst Dagmar Rösler, seit dem 01.08.2019 die erste Frau an der Spitze des Schweizer Lehrerverbandes, fordert als Allererstes genügend Mittel, um die Digitalisierung zu meistern. Alle reden nur vom Geld und niemand von Kreativität und Kultur. Der Schüler muss sich nicht fragen, wie nütze ich der Gesellschaft, sondern, wo verdiene ich am Meisten Geld und diene am besten der Wirtschaft.

 

Aber bleiben wir bei den Wissenschaftlern. Wer viel gelesen hat, wer sich mit Märchen, mit Fantasy, mit Monstern usw., herumgeschlagen hat, wer mit Hexen auf du und du ist, der kann Handlungsbögen verbinden, unkonventionelle Lösungen finden. Er begreift die grossen erfundenen Geschichten der Literatur. Wer sich in dieser Welt zurechtfindet, ist ein besserer Banker, ein besserer Physiker, Lehrer oder Elternteil, als derjenige, der nur die Realität kennt.

 

Wissenschaft​ler erzählen uns laut der Kinderbuchautorin Meg Rosoff folgendes:

„Sieben Milliarden erstaunlich geschaffene Wesen leben auf einer Kugel aus Eisen, Geröll und Silikaten, die in der Mitte eines unvorstellbaren Nichts treibt.“. Ein Universum, welches aus einem Nichts entstanden ist. Diese Geschichte ist bizarrer als jedes Märchen. Jeder Schriftsteller hätte einem Bestseller, der so eine Geschichte erfände. Aber wir glauben sie. Und die Schöpfungsgeschichte belächeln wir.

 

Was ich damit sagen will ist, dass es für uns alle von eminenter Bedeutung ist, dass wir lesen, dass es Bücher gibt, dass es Kultur gibt. Für mich ist Kultur zehnmal wichtiger als jedes MINT-Fach und die Basis unserer Gesellschaft.

 

Wer nie ein Buch gelesen hat ist auf das Leben ausserhalb des normalen Rhythmus nicht vorbereitet und unsere Gesellschaft ist längst ausserhalb des gewohnten Rhythmus gefallen.

 

Vor allem, er wird die „Märchen“ der Wissenschaftler, selbst die Wahren nie begreifen, denn sie übersteigen seinen Horizont. Wer sich nur auf MINT-Fächer und Fächer, bei denen man viel Geld verdienen kann, konzentriert, der hat von der Gesellschaft nichts verstanden

 

Ich habe den schweren Verdacht, dass unser Bildungssystem genau in diese kulturelle Sackgasse schlittert.


Kommentare von Lesern zum Artikel

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33%
(3 Stimmen)
Ernst Jacob sagte September 2019

Zudem:
>Die meisten Märchen halten einer genauen Untersuchung nicht stand.

Natürlich halten die einer genauen Untersuchung stand, zumindest die der Brüder Grimm. Es geht ja fast immer auch um Frauen, um die jungen, reinen, und Unbefleckten, in ihrer Rolle als die, die es letztlich zur Prinzessin bringen, während die bösen und gemeinen Hexen, in ihrer Rolle, von der Königin bis zur Hexe, alles versuchen, um die Unschuldige Holde möglichst davon abzuhalten, durch ihre Schönheit, Anmut, und Unschuld an die Spitze der Gesellschaft zu gelangen.

Und Männer spielen dabei ja eigentlich eine eher untergeordnete Rolle, entweder als Rumpelstilzchen, als Zwerge, und im Einzelfall natürlich auch als Prinz. Eigentlich fast schon so, wie im realen Leben auch. Ich kann daher eigentlich keinen grossen Unterschied zwischen einem Märchen und der gelebten Wahrheit feststellen, den kleine Mädchen träumen heute noch alle davon, einmal Prinzessin zu werden, und Mengen von grossen Mädchen sind heute noch ein Leben lang frustriert, weil sie ihn (noch) nicht gefunden haben. Und auch Sender wie ESO TV leben ja schliesslich davon, diesen Mädchen zu sagen, wann vielleicht der richtige Prinz wo um die Ecke kommt.

Der wohl grössere Teil der Menschheit lebt wahrscheinlich auch so, wie im Märchen. Aber einfach nicht als Prinz oder Prinzessin, aber der Traum, oder zumindest der Versuch, sich gelegentlich wenigstens so fühlen zu können, ist wohl auch eine der Antriebsfedern, am Morgen überhaupt das Bett zu verlassen.

Was ist also ein Märchen, und was ist real ? Beides wohl, je nach dem, wie man sich grad fühlt.


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29%
(7 Stimmen)
Brian Bader sagte September 2019

«Ein Universum, welches aus einem Nichts entstanden ist. Diese Geschichte ist bizarrer als jedes Märchen. «

Noch bizarrer ist das Märchenbuch «Die Bibel». Es enthält lustige Geschichten, die nicht mit belegbaren Fakten kompatibel sind. Zum Beispiel:

Laut diesem Artikel wurde Adam 4230 vor Christus erschaffen:
http://w​ww.zeitundzahl.de/Dow​nload/fac05_2008_S38_​43.pdf

Angeblich lebte Adam zusammen mit Eva im Südosten Anatoliens, nahe der Stadt Sanliurfa (Türkei), im Paradies. Als Gott ihn modellierte, gab es bereits Bauerndörfer in der Umgebung und weiter östlich, in Mesopotamien blühte bereits die Obed-Zeit (5500 bis 3500 v. Chr.). Die Zeit der Keramikherstellung.

Interessant auch, wie konnte Adam und Evas Sohn Kain sich ohne Frau fortpflanzen? Vermutlich holte er sich eine aus Mesopotamien.

Die Schöpfungsgeschichte (Bibel) ist das wohl beliebteste Märchenbuch, das je gedruckt wurde.




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43%
(7 Stimmen)
Hans Knall sagte September 2019

„Kreativität“, „Kultur“ und „Künste“ sind natürlich schon wichtig für „das Verständnis“ gegenüber „dem Leben“. Entscheidend ist aber, was nun unter diese Begriffe fallen soll und vor allem, wer dies bestimmt.

Ist es die Kultur der eigenen Heimat und Herkunft oder jene der Fremden und der Dekadenten? Ist es die Kultur der Christenheit oder jene der Beliebigkeit? Ist es die Kultur des Gewachsenen und des Bewährten oder jene der Perversion und der Destruktion? Sind es die Künste der Dichter und Denker und Bilderschaffenden und Musiker oder vielmehr die Auslassungen von Vulgär-Fetischisten, von Gewaltrappern oder Pornokranken?

Und sollen es „der Staat“ respektive der staatliche „Lehrplan“ und deren an ihn gebundenen Staatsangestellte sein, welche die ideologisch ausgewählte „Kultur“ an unsere Folgegenerationen vermitteln? Oder sind es nicht vielmehr die Eltern welchen die Aufgabe zukommt ihren Nachwuchs auf das Leben vorzubereiten?

Angesichts der aktuellen obrigkeitlichen Vorgaben die darauf abzielen die Kinder möglichst früh in die staatlich kontrollierten Institutionen einzubinden um aus ihnen gehorsame Sklavendarsteller zu formen, bin ich der Meinung, dass die Aufgaben der staatlichen Schulen wieder auf die Kernaufgaben zurückgeführt werden sollten. Das ideologiefreie Vermitteln von Fähigkeiten in Mathematik, Sprache, Lesen oder Staatskunde usw. Also auf das, was die künftigen Bürger dazu befähigt, genügend Geld für ein unabhängiges Leben zu verdienen.
Ein Leben, das es ihnen ermöglicht, sich mit der eigenen Kultur oder den Künsten kreativ auseinanderzusetzen.


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50%
(6 Stimmen)
Ernst Jacob sagte September 2019

> Wer sich nur auf .... Fächer, bei denen man viel Geld verdienen kann, konzentriert, der hat von der Gesellschaft nichts verstanden.

Mag ja sein, aber es spielt auch keine Rolle, denn die sogenannte Gesellschaft ist doch genausowenig real, wie jede Ideologie auch. Es kommt daher auch nicht auf die Gesellschaft an, sondern nur darauf, wie man sie führt, und was man ihr als Leitfaden vorgibt.

90+ % sind ja sowieso nur Follower, in welcher Gesellschaftsform auch immer. Und die restlichen 10 % leben davon, dass es ist. Und wer hätte es besser formuliert als die Gebrüder Grimm, das mit der Gesellschaft, den menschlichen Eigenschaften und Eigenarten, und den Wünschen, Träumen, und Sehnsüchten.

Das Bildungssystem aber hat darauf keinen Einfluss (mehr), weil diese Gesellschaft heute multikulturell geworden ist.

Und so leben heute Menschen verschiedenster Gesellschaftsformen dicht aufeinander, und das Bildungssystem muss sich unter diesen Umständen auf das konzentrieren, was wir wenigstens an gemeinsamen Werten haben, und das das ist Bildung, für das spätere Bestehen in einer Welt, in welcher es nicht mehr um Kultur, Märchen und/oder Glauben geht, sondern nur noch um real existierende Dinge, und das sind Wissen, Geld, und Macht.

Ob es uns aber gefällt, oder dann nicht, spielt dabei absolut keine Rolle.


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