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Ein klares Bekenntnis zu Grundversorgung & Hausarztmedizin

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Die Volks­i­ni­tia­tive "Ja zur Haus­arzt­me­di­zin"​ wurde am 1. April 2010 mit rund 200’000 Un­ter­schrif­ten ein­ge­reicht. Die In­itia­tive will eine Ergänzung der Bun­des­ver­fas­sung um einen neuen Ar­ti­kel, Haus­arzt­me­di­zin, der in fünf Absätzen so­wohl pro­gram­ma­ti­sche als auch kon­krete Vor­ga­ben zur An­er­ken­nung, zur Förderung sowie zur be­ruf­li­chen und fi­nan­zi­el­len Bes­ser­stel­lung der Hausärztinnen und Hausärzte vorsieht.

Bundesrat und Parlament anerkennen die Hausarztmedizin als wichtigen Pfeiler der Grundversorgung, wollten aber nicht eine einzige Berufsgruppe isoliert betrachtet in die Verfassung aufnehmen und haben einen Gegenvorschlag erarbeitet, der nun zur Abstimmung kommt. Der neue Artikel 117a der Bundesverfassung will die Grundversorgung als Ganzes stärken. Unter anderen sind auch Apotheken, Spitex und Pflegefachpersonen wichtige Leistungserbringer der Grundversorgung. Die Hausarztmedizin wird dabei aber als wesentlicher Bestandteil der Grundversorgung anerkannt. „Hausärzte Schweiz“ haben in der Folge ihre Initiative zu Gunsten des Gegenvorschlages zurückgezogen.

Es gibt zu wenig Hausärzte

Mit der CVP habe ich mich stark für diesen neuen Verfassungsartikel engagiert. Die Grundversorgung gehört zum Service Public. Das Gesundheitswesen ist zwar eine Aufgabe der Kantone. Diese haben den verfassungsmässigen Auftrag, die Versorgungssicherheit​ der Bevölkerung zu garantieren. Wie die Erfahrung zeigt, haben es die Kantone in den letzten Jahren versäumt, genügend Fachpersonal auszubilden, sowohl in der Pflege wie bei den Ärzten. Wir haben insbesondere zu wenige Hausärzte. Es ist daher nötig geworden, die Grundversorgung als Verbundsaufgabe von Bund und Kantonen in der Verfassung zu verankern. Bund und Kantone haben eine für alle zugängliche medizinische Grundversorgung von hoher Qualität sicherzustellen sowie für genügend ausgebildetes Fachpersonal zu sorgen.

Ausbildung verstärken

Eine Initiative allein ändert freilich noch gar nichts. Wichtig ist daher die Umsetzung des Masterplans Hausarztmedizin. Nur er vermag die Situation der Hausarztmedizin direkt und unmittelbar zu verbessern und den Beruf des Hausarztes wieder attraktiver zu machen. Es geht da im Wesentlichen um eine Stärkung der Hausarztmedizin in der Ausbildung, einen Tarifumbau von Tarmed (dem Ärzte-Tarif) zu Gunsten der freipraktizierenden Haus- und Kinderärzte, eine Vereinfachung der administrativen Belastung sowie um die Förderung der Forschung zur Hausarztmedizin.

Ja zum Gegenvorschlag

Zur​ Unterstützung dieser Umsetzungsarbeiten zur Förderung der Hausarztmedizin und als klares politisches Bekenntnis zur  Grundversorgung und deren zentraler Bedeutung für die Gesundheitsversorgung​ der Bevölkerung braucht es eine Verfassungsgrundlage.​ Ich sage daher klar JA zum vorliegenden Gegenvorschlag zur Hausarztinitiative.


Kommentare von Lesern zum Artikel

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36%
(11 Stimmen)
Andrea Marcel Hügli sagte May 2014

Diese Vorlage ist eine Schande für die Schweizer Bevlökerung. Nein zum gegenvorschlag und dem WHO Konzept.


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21%
(14 Stimmen)
Peter Aebersold sagte April 2014

Der Kanton Uri gibt ein gutes Beispiel, wie der Föderalismus in der Schweiz funktioniert. Dagegen ist der zentralistische Gegenvorschlag des Bundesrates mit der "medizinischen Grundversorgung" ein altes WHO-Konzept der 1970er Jahre für Entwicklungsländer. Beim WHO-Konzept der "medizinischen Grundversorgung" ist für die breite Bevölkerung eine zweitklassige - letztendlich jedoch teurere - „Hausarztmedizin“​ vorgesehen: Der Patient würde in erster Linie von einem Nichtarzt (Krankenschwester, Ernährungsberater, Fusspfleger usw.) empfangen und "behandelt" und nicht mehr unbedingt von seinem Hausarzt. Wir brauchen eine hochstehende Medizin und keine Barfussärzte. Der Gegenvorschlag ist gefährlich und unnötig.



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58%
(12 Stimmen)
Felix Kneubühl sagte April 2014

Guten Tag Frau Humbel

Auch ich gehöre zu denen, die vorerst, wenn etwas nicht stimmt als Erstes den Hausarzt aufsucht und mich danach erst nach Dringlichkeit zu einem Spezialarzt oder ins Spital weiterleiten lasse. Es ist aber leider zur Mode geworden, in dem gleich die Notfallabteilung eines Spitals aufgesucht wird. Bei fremdsprachigen Personen wird zuerst aufs Verkehrsschild 'H' geachtet, damit durch den Spitalarzt und durch die Krankenkasse einen Hustensirup organisiert werden kann, damit das Meitli oder der Bubi wieder gesund wird. Dies sehe ich auch als unnötige Belastung der Krankenkassen. Eigentlich sollte es bei den Städten und Gemeinden aus organisatorischen Gründen die Regel gelten, die Bewohnerinnen und Bewohner, unter anderem die Neuzuzüger, auf den dementsprechenden Hausarzt aufmerksam zu machen. Die Hausärzte oder die FMH sollten sich so organisieren, damit die Gesundheitsversorgung​ so gut als möglich und flächendeckend gewährleistet ist. Mit einem gegenseitigen regionalen Versorgungsplan der zeitlich so abgesteckt ist, sind bei den Gesundheitskosten Einsparmöglichkeiten​ vorhanden und die Prämien sind dadurch weniger belastet.

Freundliche Grüsse



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33%
(15 Stimmen)
Bea Habegger sagte April 2014

Dieses Land HATTE das beste Gesundheitssystem, als noch Aerztte und Patienten untereinander für die besten Lösungen schauten bei gesundheitlichen Problemen.

Heute geben BR/BAG, Pharma und vor allem politische Präventionfantasten vor an was die Bevölkerung krank zu sein hat. Pharmalobbyismus vernichtete das dereinstig beste Gesundheitssystem.


Patienten sind ausgelieferte Opfer, weil Präventionsfantasten​ der WHO/EU hörig geworden sind.

Aerzte können verrechnen was sie wollen, da Rechnungen für "Laien" rein gar nicht mehr kontrollierbar.

KK​'s kontrollieren lausig, weil gar kein Interesse an Gesunden aus rein wirtschaftlichen Konkurenzgründen.


Zentralismus/Giganti​smus wird gefördert. Patienten werden wie Ware herumgereicht in med. Logistikzentren.

M​enschen/Patienten gehören wieder in den Mittelpunkt, was einmal so war, vor den Präventionskrankredn​ern, welche sich zuweilen in VR ihre goldenen Nasen versienen/Paradebeisp​iel Felix Gutzwiler/Wohl der bekanntes Propagandist der Pharma.


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18%
(11 Stimmen)
Jörg Matter sagte April 2014

Ja, Wir wollen unser Schweizer Volksrecht zur voraussichtliche Abstimmung stattfinden.
Aus den Konsequenz brauchen wir zusätzliche Einsatz der Hausmedizin zur starke Nachbefragung vielen ältere dichte Leuten pro Einwohner mehr als erwarten.
Wie ähnliche obligatorische Pensionskasse der AHV-Gelder fehlt...


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43%
(23 Stimmen)
Bea Habegger sagte April 2014

Nicht Aerzte und Pharma brauchen weiteren politischen Schutz, sondern Patienten.

Für ein gutes Gesundheitssystem, benötigt es wieder Patienten und Aerzte in den Fokus zu stellen. Derzeit ist das ganze Gesundheitssystem zu stark in Händen von Präventions- und Krankrednerlobbyisten​.

Paradebeispiele:​

Ganzes Tamiflu-Desaster. Statt die Bevölkerung zu schützen wird die Pharma Industrie geschützt:

http://​www.bernerzeitung.ch/​wissen/medizin-und-ps​ychologie/Aerzte-habe​n-im-Fall-Tamiflu-ihr​e-Pflicht-verletzt/st​ory/25096219

wie auch im Fall Céline mit der Antibabypille, Bayer wird geschützt, Patient alleine gelassen:

http://w​ww.telezueri.ch/talkt​aeglich/behinderte-ce​line-verliert-vor-ger​icht






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54%
(13 Stimmen)
Roland Steiner sagte April 2014

Frau Humbel, wieder einmal mehr "Pflästerlipolitik". Auch ich bin dafür, dass die Hausarztmedizin attraktiver wird. Somit hier wieder einmal eine gesammtheitliche Lösung:
Im Gesundheitswesen gibt es viele Vorschläge die eine Verbesserung bringen sollen. Leider muss ich aber feststellen, dass die meisten Vorschläge nichts zu einer Kostenreduktion beitragen. Es geht meist nur darum, die Kosten anders zu verteilen. Das Gesundheitswesen ist in den letzten Jahren immer komplexer geworden. Die Anzahl der Behandlungsmethoden ist angestiegen. Auch schreitet die Technisierung immer mehr fort. Dies bedeutet, dass jedes Spital immer mehr und kostenintensiver nachrüsten muss, um mit der Entwicklung Schritt zu halten. Leider führt dies aber dazu, dass diese Gerätschaften und das dazu notwendige Personal vielerorts nicht mehr effizient genutzt werden.

Somit gilt es für die kleine Schweiz als erstes, im Bereich des Gesundheitswesens, vom Föderalismus wegzukommen. Grundsätzlich bin ich ein grosser Befürworter des Föderalismus. Aber im Bereich der Gesundheitsversorgung​ muss ein Umdenken stattfinden.

Danac​h müssen Profizentren für die unterschiedlichen Krankheiten und Gebrechen geschaffen werden. Dies bedeutet, dass die Anzahl der Spitäler in der Schweiz von über 300 auf etwa 50- 60 Spitäler reduziert werden könnte.
Z.B. würde ein Zentrum für Herztransplantationen​ und Herzprobleme reichen. Dadurch würde es in der Schweiz ein Spital geben, in dem die Infrastruktur und auch das Personal und die Ärzte auf diese Art von Krankheit spezialisiert wären und auch die entsprechende Erfahrung hätten. 3 Zentren wie jetzt sind zu viel und die Zahl der Transplantationen reicht nicht aus um die Ärzteteams genügend Erfahrung sammeln zu lassen.
In diesen Zentren werden somit alle planbaren grösseren Eingriffe und die Weiterversorgung von grösseren Notfällen durchgeführt.

Natü​rlich verschwinden die anderen Spitäler nicht, oder mindestens nicht alle. Ein Teil wird umgenutzt und in Notfallstationen umgebaut. In diesen könnten z.B. Hausärzte Zentrumspraxen mit einer gemeinsamen Infrastruktur bilden. Diese könnten auch gleichzeitig den Notfalldienst für die entsprechenden Regionen oder Gebiete übernehmen. Diese Notfallstationen sollten es jedem gesamtschweizerisch ermöglichen, innert nützlicher Frist, ärztliche Hilfe zu bekommen. Solch ein System würde auch wieder die Aufgaben der Hausärzte aufwerten und diesen Bereich wieder attraktiver machen.

Natürlich braucht es nicht so viele Notfallzentren. Aber wir stehen mit der Überalterung der Bevölkerung in der Schweiz vor einer neuen Herausforderung. Die restlichen frei werdenden Spitäler könnten z.B. zu Alterszentren für pflegeintensive Pensionäre umgebaut werden. Auch das frei werdende Personal könnte in diesem Bereich eine neue Aufgabe finden.

Das Gute an meinem Vorschlag ist, dass sich durch die Spezialisierung die Qualität des schweizerischen Gesundheitssystems verbessern würde. Zusätzlich werden die bestehenden Ressourcen durch Umnutzung weiter verwendet.



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