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Blocher verkauft die Basler Zeitung

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Christoph Blo­cher zieht sich als Me­dien­un­ter­neh­me​r aus Basel zurück, nicht ohne die Re­gion Basel noch ein­mal als "un­schwei­ze­risch" zu beschimpfen.

 

Acht Jahre hat der Spuk gedauert und es ist im Rückblick kaum nachvollziehbar, was Blocher mit seinem Schimpf- und Beiss-Journalismus genau erreichen wollte: Ein politisches Projekt, in dessen Visier öffentliche Personen, Institutionen, Verwaltung, Behörden und Gemeinden standen. Selbst die lokale SVP wurde von den oftmals unverhältnismässig aufgeblasenen und umso aggressiveren Kampagnen nicht verschont. Unbehelligt blieb weitgehend die Wirtschaft und gepriesen wurde der selbstgerechte Financier und dessen engste Entourage.

 

Erklärba​r ist das verunglückte medienpolitische Manöver aus seiner Entstehungsgeschichte​ heraus. Martin Wagner witterte eine persönliche Chance und brachte im Windschatten von Tito Tettamanti Christoph Blocher mit ins Boot. Wann genau Blocher dazustiess, ist nicht zu eruieren. Sicher ist, dass er massgeblichen Einfluss hatte beim putschartigen Einsetzen Markus Somms als Chefredaktor am 30. August 2010. Wagner wollte Somm nicht: Er hatte ihn schon bei der «Weltwoche» verhindert, überdies hatte er zwei andere Co-Chefredaktoren engagiert. Als Wagner sich mit Blocher überwarf, wurde dessen Einfluss am 14. November 2010 öffentlich bekannt.


Die folgenden starken Reaktionen überraschten die Verantwortlichen des Medien-Gemauschels. 18'000 Menschen unterzeichneten in wenigen Tagen den Aufruf von Rettet-Basel, tausende Abo-Kündigungen erfolgten. Umso grotesker, wenn Christoph Blocher nun an der Medienkonferenz von vergangener Woche vorrechnet, die BaZ habe seit 2013 nicht mehr Leserinnen und Leser verloren als andere Tageszeitungen. Das stimmt zwar so auch nicht: Die BaZ hat selbst in dieser Periode mehr Lesende verloren als vergleichbare Regionalzeitungen wie die "Berner Zeitung" oder die "Luzerner Zeitung". Doch die grossen Einbrüche erfolgten zwischen 2010 und 2012.  

 

Quelle: https://www.rettet-ba​sel.ch/nl/rb-newslett​er_51_web.htm


Kommentare von Lesern zum Artikel

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20%
(5 Stimmen)
Karlos Gutier sagte May 2018

Warum kauft Roland Marquis nicht diese Zeitungen anstatt so unzufrieden zu sein ?

Übrigens im Tamedia Verlag wird die Zeitung noch weniger eigenständig sein, warum der Zürcher Einheitsbrei Tamedia den Leuten nicht schon zum Halse raushängt ist mir schleierhaft, die Menschen sind doch eine gute manipulierbare Herde.


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63%
(8 Stimmen)
jan eberhart sagte May 2018

Heutzutage wird der ganze Mediensektor aus Zürich gelenkt.

Auch die Berner Zeitungen sind nur Anhängsel der Zürcher Medienkonzerne (Tamedia, Ringier).

Die Westschweiz ist schon längst kolonisiert von Zürich aus.

Die NZZ hält noch stolz die Fahne aufrecht während die AZ-Mediengruppe noch im Mittelland Zeitungen, Radio und TV betreibt.




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45%
(11 Stimmen)
Hans Knall sagte May 2018

Es gibt einen treffenden Artikel in der letzten Weltwoche darüber „Wie die linksliberalen Basler Wutbürger ihre eigene Zeitung aus den Stadtmauern vertrieben“. Es sei „eine der blamabelsten Episoden der neueren Schweizer Mediengeschichte“ wird resümiert.

Da erfährt man zum Beispiel, dass die BaZ ziemlich gut rentiert habe (ca. 5 Mio p.a., deutlich besser als z.Bsp. die NZZ) und zu einem „guten“ Preis (ca. 55 Mio) verkauft worden ist. Somm, Bollmann und Blocher, die je zu einem Drittel Eigentümer waren, haben also „geschäftlich durchaus reüssiert“.

Hingeg​en „ist Basel nun eine der wenigen grossen Kulturstädte, die im Zeitungsbereich kolonialisiert sind. Die einstmals glänzende Medienstadt ist tiefe Provinz geworden.“ Inzwischen ist die ehemalige Kapitale nur noch eine Randerscheinung.
Neben der BaZ aus Zürich gibt es in der Stadt noch die BZ Basel eine Tochter der Basellandschaftlichen​ Zeitung aus Liestal mit unbedeutender Auflage. Ihr Besitzer, die AZ Medien aus dem Aargau, mussten soeben einen Jahresverlust von 1.6 Millionen verbuchen.
Dann gibt es als dritten Anbieter unter den gedruckten Blättern noch den Wochentitel Tageswoche, der politisch wie finanziell gleichermassen rot ist. Finanziert wird die Zeitung von der Roche-Erbin Beatrice Oehri, einer sozialistischen Ex-Kindergärtnerin, die aus dem Familienvermögen ohne eigenes Zutun rund eine Milliarde bekam. In den letzten sieben Jahren hat sie gegen 40 Millionen in die notorischen Defizite der Tageswoche gesteckt, denn die verkaufte Auflage ist minimal.

Die Erkenntnis des Autors Kurt W.Zimmermann nach der Analyse der Massenhysterie welche das hyperventilierende Basler Linksbürgertum unter dem Slogan „Rettet Basel!“ mit diesem Anti-Zeitungs-Kampf bewirkt hat: „Die Basler sind die dümmsten Zeitungsleser der Welt. Sie haben nun ihr Ziel erreicht. Die Medienkultur der Stadt ist zerstört. Basel ist Provinz.“



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64%
(11 Stimmen)
jürg wolfensperger sagte April 2018

Nun ist es halt einfach soo,dass man zu gerne das liest,was man auch gerne selbst als für " seine Meinung" hält..!So gesehen muss es halt in "roten" Basel wie eine "Ohrfeige" gewesen sein,als damals der rechts bürgerliche Christoph Blocher diese BAZ gekauft und einen eher rechts stehende Chefredaktor einsetzte,der halt oft etwas viel der "Wahrheiten" dem Leser zukommen liess,wo das linke Ohr womöglich etwas zu "schmerzen" begann.Da ist es halt auch eine Frage der Toleranz und wie geht man mit anderen Ansichten um,und vor allem ist dabei auch Kritikfähigkeit gefragt.Nun wird sich das wohl wieder etwas beruhigen,wiewohl es in der Basler Medienwelt auch wieder etwas ruhiger und wohl auch langweiliger einhergehen wird.
Wie überall werden die neuen Herren nun auch in der BAZ die vorgefertigten Texte aus dem Tamedia-Haus landesweit weiter "vereinheitlichen" und dem Leser diesen doch eher linken Mainstream -Einheitsbrei zumuten.Ob sich dadurch wieder mehr Abonnennten finden lassen ist doch eher zu bezweifeln.


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47%
(15 Stimmen)
Hans Knall sagte April 2018

Da haben Sie aber dieses lächerliche Anti-Blocher-Pamphlet​ ganz brav abgeschrieben, Herr Marquis! Praktisch ohne Fehler, bravo!
Sie dürfen nun sicher weiterhin den Arsch der Obergutmenschen lecken, die sich eine Einheitsmeinung-Schwe​iz zum Ziel gesetzt haben. Über den entsprechenden Geschmack lässt sich nicht streiten.

Hier eine Auswahl der Unterzeichner des „Aufrufs“ mit dem wirklich sinnvollen Text: „Ich habe genug von Blocher, Somm und Tettamanti“. Und sie behaupten alle, sie vertreten eine Basler Tageszeitung „die unabhängig denkt…“:

Reyhan Yahya-Erdogan, Lupsingen * Kwang-Ja Yang, Zürich * Carmen Yanguas, Navarra * Melahat Yapici, Fribourg * Zeynep Yarici, Basel * Eroglu Yasemin, Basel * Melissa Yasin, Kleinhüningen * Volkan Yazir, Pratteln * Apostolos Yeanneas, Basel * Aykan Yelman, Basel * Zeynep Yerdelen, Basel * Ursula Yesildeniz, Basel * Feryal Yetergil, Binningen * Semseddin Yilmaz, Reinach * Bülent Yokus, Birsfelden * Tian Yong, Seon * Nilgün Yurtsever, Basel * ...und sicher auch Roland Marquis.


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38%
(13 Stimmen)
Alex Schneider sagte April 2018

Man hätte Ch. Blocher vor dem Kauf der Basler Zeitung warnen sollen: Den BaslerInnen ist die Erhaltung der Selbständigkeit der Schweiz ziemlich egal. Die denken in viel grösseren Dimensionen.


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46%
(13 Stimmen)
jan eberhart sagte April 2018

Ist doch interessant. Niemand las (angeblich) die BaZ, aber jeder kannte die Storys.

Tatsache ist, wirtschaftlich liess sich die BaZ nicht über Wasser halten. im Tamedia-Verbund besteht eine grössere Chance zu überleben.

Auch politisch lässt sich kein grosser Erfolg nachweisen.

Auf jeden Fall wird es in Basel sehr viel langweiliger.


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