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Atomkraftwerke als Verlustquellen

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Immer häu­fi­ger dreht sich die öf­fent­li­che De­batte um die wirt­schaft­li­chen Kon­se­quen­zen des Atomaus­stiegs. Diese Kos­ten re­sul­tie­ren nicht aus der po­li­ti­schen oder un­ter­neh­me­ri­sche​n Ent­schei­dung, auf den Bau neuer Kern­kraft­werke zu ver­zich­ten, son­dern aus dem Be­trieb der be­ste­hen­den An­la­gen und aus dem Rück­bau und der Ent­sor­gung der nu­klea­ren Ab­fäl­le. Diese Kos­ten sind nicht zu vermeiden.

Atomkraft​werke als grosse Verlustquelle

In den aktuellen Marktverhältnissen ist ein Atomkraftwerk eine grosse Verlustquelle. Hinzu kommt das Risiko einer Kostenüberschreitung beim Rückbau und bei der Entsorgung des Atommülls. Aus diesem Grund ist es quasi unmöglich, Aktien von Atomkraftwerken zu verkaufen, wie einige Versuche gezeigt haben. Diese Situation besiegelt das Schicksal von Stromkonzernen wie Alpiq oder Axpo.

Je länger die Atomkraftwerke laufen, desto mehr Geld verlieren die Aktionäre

Wenn der Betreiber das Atomkraftwerk direkt besitzt, wie zum Beispiel beim AKW Mühleberg, kann das Problem immerhin vernünftig angepackt werden. Eine eigenständige Entscheidung, wann der Betrieb eingestellt werden soll, ist möglich und nach einem ökonomischen Fahrplan planbar. Anders ist es im Falle der AKWs Gösgen und Leibstadt. Den beiden grössten AKWs der Schweiz ist es quasi unmöglich, den Entscheid zur Abschaltung von sich aus zu treffen. Sie sind im Eigentum zweier ad-hoc – Gesellschaften.  Die Aktionäre dieser Gesellschaften, von welchen die grössten beiden Alpiq und Axpo sind, sind mit Partnerschaftsverträg​en ans AKW gekoppelt, die sie verpflichten, die Kosten auf sich zu nehmen. Das AKW deckt dank dieser vertraglichen Vereinbarung seine laufenden Kosten. Das AKW hört niemals auf, defizitären Strom zu produzieren, und die Verluste für die Aktionäre summieren sich. Trotzdem wagen sie es nicht, eine Entscheidung anzuordnen, die von ihnen enorme ausserordentliche Abschreibungen und die Bildung von Rückstellungen erfordert, um die Kostenüberschreitung zu tragen.

Das Erzwingen eines fixen Datums zur Abschaltung der AKWs hilft sowohl dem Staat als auch den Stromkonzernen

Das ist eine der grössten Vorteile der Initiative «für den geordneten Ausstieg aus der Atomenergie». Indem man ein Datum zur Ausserkraftsetzung der AKWs festlegt, werden die AKWs gezwungen, ihre Abschaltung zu planen und regeln. Wenn die Initiative angenommen wird, werden umfassende  Verhandlungen zwischen der Schweiz und den Betreibern notwendig sein. Letztere werden Schadenersatz fordern, eine Forderung, deren Fundament jedoch sehr fragil ist, wenn man sich den negativen ökonomischen Wert dieser Kraftwerke anschaut. Für den Staat, der vom Gesetz gezwungen ist die Mehrkosten zu übernehmen, ist eine schnelle Klärung von Vorteil. In der Tat ist es besser, zu verhandeln, solange die Stromkonzerne noch Aktien besitzen, die sie sonst versuchen werden zu liquidieren, um das laufende Defizit zu finanzieren. Auf der anderen Seite erlaubt es diese Lösung den Stromkonzernen, die nukleare Hypothek aus ihrer Bilanz zu entfernen: Ein fixer Abschalttermin erlaubt es ihnen, sich der neuen Situation anzupassen und damit aufzuhören, die Wasserkraft unter Wert zu verkaufen. Gleichzeitig gilt es in Erinnerung zu rufen, dass die Stromkonzerne vor allem in den Händen der Gemeinde und Kantone sind. Die Ablehnung der Initiative der Grünen würde also eine Zuspitzung der aktuellen Situation bedeuten: Die öffentliche Gemeinschaft, der Steuerzahler und die Steuerzahlerin müssten später viel dafür bezahlen.


Kommentare von Lesern zum Artikel

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50%
(6 Stimmen)
Karlos Gutier sagte February 2017

Man darf nicht vergessen, dass unser heutiger Wohlstand mit Hilfe der el. Energie von AKW's und Wasserkraft erwirtschaftet wurde.
Wer natürlich keine Ahnung von Arbeit hat wird dies auch nie begreifen.


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43%
(7 Stimmen)
Carolus Magnus sagte December 2016

WINDENERGIE: Artensterben (Züri Gschnätzlets)

Kiel​ings wilde Welt 1 2 - Rotmilan und Windkraft - ARTE

https://www.y​outube.com/watch?v=UQ​cbZI30kqg

In Deutschland leben fast 60% der weltweiten Population, hat also eine besondere Verantwortung für diese Art. Der Rotmilan ist besonders durch Windkraft bedroht.

Carolus Magnus




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44%
(9 Stimmen)
Carolus Magnus sagte December 2016

Das abstimmende Volk hat 1992 ein zehnjähriges Moratorium in Forschung und Entwicklung der Atomenergie gewollt. Wenn jetzt einer kommt und sagt, die AKWs seien nicht sicher, dann muß er das auf seine eigene Kappe nehmen. Wenn jetzt einer kommt, der damals gegen die Handels- & Gewerbefreiheit stimmte, gegen technische Wissensaneignung, und sagt, Die AKWs sind nicht sicher, dann geht das ebenso auf ihre Kappe. Man sollte bei Abstimmungen den Kopf statt den Bauch benutzten und sich nicht von den Spin-Doktoren im Bundeshaus kirre machen lassen.

Zum Glück können wir die sauberste und sicherste Umwelt-Technologie für erdbebensichere AKWs aus Japan bekommen, denn sie haben ihr Wissen und den Fortschritt in der Technologie nicht selbst in einem masochistischen Anfall abgewürgt.

Im übrigen wird sich der Tourismus bedanken, wenn allerorten solch unansehnliche Pfähle mit schwirrenden Rotoren stehen - mir graut schon jetzt vor dieser Naturverschandlung, gerade in den Bergen wo es angeblich niemand sehen soll! Und Sonnenenergie-Pannel statt Ziegel auf den Dächern macht die Schweiz auch nicht schöner, nur reicher.

Man schafft per Gesetz, auf Geheiß der rot-grünen Fraktion, die mehrheitlich auch unsere Kinder unterrichten, neue Zwangsbedürfnisse, die jedesmal ausschließlich die Privathaushalte bezahlen müssen, um die Wirtschaft anzukurbeln, wenn eine völlig normale Übersättigung da ist die lange vorherzusehen war. Warum denken Sie wohl, wurde die Edison-Glühbirne verboten? Richtig, um auf gesundheitliche und monetäre Kosten der Privathaushalte den Mega-Konzernen zur Steigerung des Umsatzes zu verhelfen. Wer hat, dem wird gegeben. Jeder hat einen Kühlschrank, Staubsauger, Heizlüfter, Auto, etc., pp, und die ganz Dummen kaufen jetzt noch Kapsel-Kaffee, die nur auf bestimmte Modelle passen und sind so an die Firma zwangsgebunden, wollen sie weiter Kaffee trinken. Der gefriergetrocknete "Café au lait" von Nestle ist jedenfalls seit sechs Monaten nicht mehr im Handel. Und so geht es weiter, wenn keiner halt sagt.

Etwas Denkarbeit und Voraussicht der Auswirkungen von Gesetzen vor Abstimmungen darf man vom abzustimmenden Volk doch sicherlich verlangen, denke ich.

Carolus Magnus



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47%
(15 Stimmen)
Benedikt Jorns sagte November 2016

Der Preis einer Kilowattstunde aus einem Kernkraftwerk setzt sich zusammen aus den hohen Fixkosten (Bau, Rückbau, Entsorgung) und den sehr tiefen Betriebskosten. Die Kilowattstunde wird stark verteuert, wenn die Laufzeit eines Kernkraftwerks herabgesetzt wird.

Die vorsichtige Haltung des Schweizervolkes ist berechtigt. Photovoltaik und Windkraft dürfen wir bei der Stromproduktion nicht überschätzen. Im kritischen Winterhalbjahr decken gemäss neusten Statistiken des BFE PV nur 0,9% und Windkraft nur 0,17% unseres Strombedarfs. Auch in Deutschland deckt PV im Winterhalbjahr erst 3%. Weltweit wird im Energiebereich zunehmend geforscht. Offenheit für kommende Entwicklungen sowohl bei den erneuerbaren Energien wie bei der Kernenergie ist die richtige Energiestrategie.

​Folgende Grafiken zeigen uns sehr eindrücklich, dass Menschen wie Roger Nordmann sich in der Energiepolitik weit weg von der Realität befinden: www.ch-strategie.ch/G​rafiken.pdf


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39%
(18 Stimmen)
Hermann Scheuber sagte November 2016

Der lustigste Satz:
"Das AKW hört niemals auf defizitären Strom zu produzieren, und die Verluste für die Aktionäre häufen sich". Ob das nicht bald für die Ressourcen fressenden Windmühlen und Glasscherben auch und noch eher zutrifft ?


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36%
(14 Stimmen)
Helmut Barner sagte November 2016

Eigentlich schon verrückt, dass die gleichen Typen, die den Untergang der Schweiz und den totalen Stromausfall im Lande als sicher prognostizierten, wenn man nicht Graben und Kaiseraugst sofort baue und ans Netz liesse, heute sich wieder mit den gleichen löchrigen Argumenten gegen den geregelten Ausstieg aus der unrentablen atomaren Energieerzeugung stemmen. Es muss wohl erst etwas passieren, ist ja eigentlich die Aussage, erst dann muss man nachdenken, ob man etwas ändern will.


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69%
(13 Stimmen)
Peter Brenner sagte November 2016

Zur Erinnerung: Bis 2011 waren die CH-Energiekonzerne finanziell gut aufgestellt, sie wollten sogar drei neue KKW schultern. Das Desaster begann erst mit der unsinnigen Ökostrom-Förderung in Deutschland und dem Stromhandel, der aufgezogen wurde, als könne man Strom wie im Einkaufsnetz vom Markt nach Hause nehmen. Roger Nordmann lässt, wie viele Linksgrüne, jedes Verständnis vermissen, wie unsere Stromversorgung funktioniert. Mehr als zur Hälfte wird das europäische Stromnetz durch KKW und fossile Kraftwerke stabilisiert. Da kann die Klimakonferenz beschliessen was sie will, nicht einmal die Decarbonisierung der Stromerzeugung ist in Reichweite - v.a., wenn die Kernenergie weiterhin als Teufelszeug betrachtet wird. Seit Wochen - nachzulesen auf den Webites von Swissgrid und des Fraunhofer-Instituts in München (interaktive Diagramme zur Stromproduktion in D) wird fast rund um die Uhr Strom in der Grössenordnung der Leistung von zwei bis drei KKW wie Leibstadt in die Schweiz Netto-importiert. Die Stromerzeugung in D basiert in dieser Zeit zu 60-80% auf fossiler Erzeugung und KKW. Ich weiss wirklich nicht, auf welcher Welt Politiker wie Roger Nordmann leben. Windräder und Solarpaneele können die klassischen Stromerzeuger in absehbarer Zeit nicht ersetzen, ja nicht einmal in grösserem Massstab sinnvoll ergänzen. Deutschland hat in dieser Hinsicht den Rubikon (Netzstabilität) bereits weit überschritten. Da hilft es auch nicht, wenn Linksgrün ständig die "Fukushima-Keule" auspackt.
Übrigens sollte Roger Nordmann als Nationalrat die Stellungnahme des Bundesrats aus dem Jahre 2010 bekannt sein ( https://www.parlament​.ch/de/ratsbetrieb/su​che-curia-vista/gesch​aeft?AffairId=2010308​5 ): Dort heisst es glasklar, dass Stromerzeugung aus KKW nicht subventioniert wird.


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