Lexikon: Finanzintermediär

Ein Finanzintermediär ist eine Organisation, welche es ermöglicht, dass finanzielle Mittel von Sparern zu Kreditnehmern gelangen. Der Finanzintermediär gleicht ein Ungleichgewicht aus: Am Anfang hat der Sparer zu viel Kapital und der Kreditnehmer zu wenig. Mit dem Finanzintermediär finden beide zueinander und das Ungleichgewicht verschwindet.
Im Gegensatz zu den Finanzmärkten, bei denen Sparer und Kreditnehmer direkt auf einander treffen, sind Finanzintermediäre ein Bindeglied zwischen ihnen (auch Mediator genannt).

Beispiele für Finanzintermediäre sind Banken und Investmentgesellschaften.

Banken
Eine Bank nimmt Kapital von Sparern auf und zahlt auf diese Einlagen Zinsen. Gleichzeitig leiht die Bank Geld an Kreditnehmer aus, wofür sie im Gegenzug ebenfalls einen Zins erhält. Sie verdient Geld, weil die Zinsen unterschiedlich hoch sind: Der Zins, den sie vom Kreditnehmer erhält, ist höher als derjenige, den sie dem Sparer bezahlt.
Somit dient die Bank als zentrale Anlaufstelle, um die Kapitalflüsse effizienter zu gestalten. Ein Kreditnehmer (z.B. ein Unternehmen oder eine Privatperson, die eine Hypothek für ein Haus aufnehmen will) muss also nicht lange nach zahlreichen Sparern suchen, bis er die benötigten Mittel zusammen hat.

Investmentgesellschaften
Eine Investmentgesellschaft erhält von vielen verschiedenen Sparern Geld und kauft damit Aktien und/oder Anleihen (auch Obligation genannt) von Unternehmen. Der Sparer, welcher der Investmentgesellschaft (und indirekt auch den Unternehmen, deren Aktien und/oder Anleihen die Investmentgesellschaft gekauft hat) Geld gegeben hat, verdient Geld, wenn der Wert der Aktien und/oder Anleihen steigt. Wenn der Wert dieser Anlagen sinkt, verliert er hingegen Geld. Damit ist der Sparer - im Gegensatz zur Anlage auf der Bank, bei der er einen fixen Zins erhält - direkt am Erfolg der Investition beteiligt.
Die Vorteile gegenüber einer direkten Teilnahme am Kapitalmarkt (z.B. selbst Aktien kaufen) sind folgende:
  • Man kann bereits mit wenig Geld investieren und sich an der Investmentgesellschaft beteiligen
  • Sparer erhalten ein professionelles Analagemanagement durch die Fondsbetreiber. Für ihre Dienstlsitung verlangt die Investmentgesellschaft dafür eine jährliche Gebühr (z.B. 1% des investierten Geldes).

 

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Artikel wurde am 18.02.2014 aktualisiert


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