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Zurück in die Zukunft: Klima schützen ist gut für Wirtschaft

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Einer der po­si­ti­ven Ver­än­de­run­gen der letz­ten Jahr­zehnte ist dass Um­welt­schutz, Ener­gie­wende und end­lich auch der Kli­ma­schutz nicht mehr als 'ge­gen die Wirt­schaft' ge­rich­tet ge­se­hen wird. Al­lein die stark wach­sende Clean­tech-­Bran­che steht für rund 5% des Schwei­zer BIP und 200'000 Ar­beitsplät­ze. Mit vier ver­pass­ten Jah­ren in der Kli­ma­po­li­tik hat unser Par­la­ment der Wirt­schaft einen Bären­dienst ge­leis­tet: Nur auf der Basis eines fes­ten, ver­läss­li­chen und trans­pa­ren­ten Kli­ma­schutz-­Plans für die kom­men­den Jahre kön­nen Un­ter­neh­men zu­kunfts­fähige Ge­schäfts­mo­delle ent­wi­ckeln und op­ti­male In­ves­ti­ti­ons­ent­​scheide tref­fen. Das hat eine Gruppe von mehr als 70 Schwei­zer CEOs – von No­var­tis über Ikea bis zu Im­ple­nia - dem po­li­ti­schen Bern klipp und klar mit­ge­teilt, in Form eines of­fe­nen Brie­fes, der jetzt ver­öf­fent­licht wor­den ist. Darin wird ein fixes CO2-Re­duk­ti­ons­zie​l im In­land ver­langt, "das einen ver­bind­li­chen Ab­senk­pfad bis 2050 auf netto null CO2-E­mis­sio­nen er­laubt" mit­tels "grif­fi­ger Mass­nah­men" in den Be­rei­chen Ver­kehr, Ener­gie, Ge­bäu­de, In­dus­trie und Land­wirt­schaft.

Ich finde dass es gute Gründe gibt für einen neuen Enthusiasmus, der an die grosse Phase der Schweizer Industrialisierung um die vorletzte Jahrhundertwende (1900) erinnert. Die Schweiz wurde damals von einem amerikanischen Ingenieur als “elektrisches Zentrum Europas” bewundert. Es waren die geschickt kombinierten Möglichkeiten von Wasserkraft, Eisenbahn und Elektrifizierung, die die Schweiz von ausländischen Ressourcen, damals vor allem Kohle, unabhängiger gemacht haben. Viele der Innovationen und unserem Land angepassten technischen Lösungen wurden nicht nur in der Schweiz angewandt, sondern sofort auch exportiert, nicht nur in europäische Länder, sondern über die ganze Welt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde dann der Import billigen Oels die Grundlage des Wachstumsmodells, mit zunehmender Abhängigkeit und all seinen schädlichen ökologischen Folgen wir wir jetzt wissen.

Es mag vielleicht überraschen: Der Ausstieg aus dem fossilen Zeitalter ist für die Schweiz auch ein 'zurück in die Zukunft'. Wenn die Politik die Weichen richtig stellt werden wir nicht nur wieder einen tiefgreifenden Modernisierungsschub in Wirtschaft, Energieerzeugung und Infrastruktur erleben, sondern auch smarte Innovationen und massgeschneiderte technische Lösungen, die erfolgreich exportiert werden können. Und wie damals vor hundert Jahren wird sich die Lebensqualität in der Schweiz deutlich verbessern.


Kommentare von Lesern zum Artikel

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62%
(13 Stimmen)
Phil A. sagte October 2019

Das in der Schweiz die Wasserkraft viel genutzt wurde und wird hat nichts mit Innovation zu tun, sondern damit das diese Dank unseren topographischen Begebenheiten einfach und billig verfügbar war und ist. Wobei hier das Augenmerk auf einfach und billig zu richten sei. Die sogenannten "Erneuerbaren" sind weder das eine noch das andere. Rohstoffe, Technologie und Produkte in diesem Bereich werden weder in der Schweiz gefördert noch hergestellt. Unsere Umstellung auf die "Erneuerbare" wird unsere Abhängigkeit vom Ausland massiv verstärken (Stromlieferungen, Technologie usw.).
Die einzigen auf dem Erdenrund bei welchen CO2-Einsparungen eine Rolle spielen sind die Westeuropäer, alle anderen denken nicht im Traum daran ihre Wirtschaft künstlich zu kastrieren. Weder China, noch die USA, auch nicht Indien oder Russland kämen im Traum auf die Idee ihre Wirtschaft CO2-neutral zu gestalten, ganz im Gegenteil, Kohlekraftwerke und Atommeiler werden auf der ganzen Welt jede Woche neu gebaut.
Der von Ihnen beschworene Modernisierungsschub wird schon stattfinden, einfach nicht hier in Europa in welchem wir teure ausländische Technik zukaufen, oder subventionierte Betriebe schaffen, welche keinerlei Wertschöpfung generieren. Betriebe wandern in Zukunft ab, es sieht düster aus für den Wirtschaftsstandort Schweiz, mit der Energiewende und den damit im Zusammenhang stehenden steigenden Energiekosten wird sich dieser Trend beschleunigen:
https​://dievolkswirtschaft​.ch/de/2017/12/friedl​i-01-02-2018/

Das die bestehende Infrastruktur maßvoll erneuert werden sollte, dagegen spricht nichts. Was aber völlig an der Realität vorbei zielt ist der Umstand das die Klima- und die daraus resultierende Energiepolitik eine Umstellung der Ressourcennutzung und Technologie verlangt, welche es notwendig macht auf bewährte und günstige Technologien zu verzichten, oder diese gar per Gesetz verbietet, dies obwohl die neue Technologie zu teuer oder ineffizient, sprich noch nicht reif für den Markt ist.
Wenn sie ein älteres Auto haben, welches keine Betrieblichen Mängel aufweist, erfüllt es seinen Zweck der Fortbewegung noch über Jahre hinweg wunderbar. Wenn jetzt der Gesetzgeber dieses Fahrzeug auf Grund seiner Motorisierung oder seines Alters für den Strassenverkehr verbietet, so entsteht ihnen als Eigentümer ein Verlust, sie müssen für teuren Ersatz sorgen nur um genau das selbe zu erhalten was sie bereits vorher besessen haben.
Wenn ihnen der Gesetzgeber vorschreibt das sie bei Ihrer Ölheizung keinen neuen Brenner einsetzen dürfen, obwohl die Heizung noch 15-20 Jahre wesentlich effizienter und tadellos funktionieren würde, so entsteht ihnen ebenfalls ein Verlust.
Was viele Ökonomen nicht zu begreifen scheinen ist das dieser Verlust nicht nur lediglich ein persönlicher oder privater Verlust ist, sondern ein Verlust der gesamten Volkswirtschaft, da jene Investitionen zu welchen sie für teures Geld gezwungen werden andere Investitionen verunmöglichen.
An dieser Stelle ein kleines Beispiel:
Ich werde von Gesetzes wegen gezwungen meine Oelheizung wegen dem Ausfall des Brenners komplett durch eine Wärmepumpe zu ersetzen.
Kosten Luft-Wasser-Wärmepump​e 32'000.-
Kosten Oelbrenner Ersatz 3'000.-
Mehrkosten 29'000.-
Die daraus resultierenden Mehrkosten sind ein Verlust der nicht in effiziente Produkte oder Firmen investiert werden und daher in Zukunft nicht in Erscheinung treten werden. Wie Bastiat bereits beschrieben hat sind dies die Dinge die man nicht sieht, obwohl sie eine negative Wirkung auf die Wirtschaft entfalten:
http://ba​stiat.de/bastiat/schr​iften/was_man_sieht_u​nd.html

Die Politik ist auf diesem Auge gänzlich blind und bemerkt nicht, dass solches Verhalten zutiefst ineffizient ist und im Endeffekt mehr Ressourcen verbraucht als wenn man die vorhandenen Strukturen über Jahre hinweg noch ökonomisch nutzen kann. Der falsche Anreiz von Subventionen und Verboten führt in einem Markt ebenfalls dazu das nicht der effizienteste Weg beschritten wird und Firmen entstehen die auf Grund einer kurzfristigen Änderung der Subventionspolitik oder Gesetzeslage, also unter normalen Marktbedingungen, keine Zukunft haben werden.



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42%
(12 Stimmen)
jan eberhart sagte September 2019

Am wirksamsten war der Zerfall der Sowjetunion und eine massive Deindustralisierung.


So hat Russland per heute schon 30% weniger C0-2 als zu Zeiten der Sojwetunion.

Eine starke Wirtschaftskrise, die viele zum sparen zwingt, wäre ähnlich wirksam.


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13%
(15 Stimmen)
RUDOLF OBERLI sagte September 2019

"Mit vier ver­pass­ten Jah­ren in der Kli­ma­po­li­tik hat unser Par­la­ment der Wirt­schaft einen Bären­dienst ge­leis­tet:"

Das werden wir am 20. Oktober 2019 gemeinsam ändern, Herr Ziltener, die originalgrüne SP und die Grünen:
https://www.​vimentis.ch/d/dialog/​readarticle/am-20-okt​-die-buergerliche-meh​rheit-im-nationalrat-​beenden/



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64%
(14 Stimmen)
Urs Gassmann sagte September 2019

Der „Klimaschutz“ basiert auf einer blossen unbewiesenern Annahme, dass C02 klimarelevant sei.Dass der Mensch das Weltklima regulieren kann, wird je länger je mehr als aberwitzig taxiert. Im weiteren bestehen inzwischen genügend Indizien dafür, dass der Klima-Alarmismus politisch gewollt und mit äusserst unlauteren Mitteln propagiert wird. Gerade vom letztgenannten Punkt muss Herr Prof. Dr. Ziltener, Wirtschafts- und Sozialforscher, auch etwas mitbekommen haben. Ihm als Grünem ist die Berücksichtigung solcher Faktoren aber wohl als Tabu auferlegt.

Bei der Wirtschaftsfreundlich​keit der „Klimapolitik“ gibt es auch fragwürdige Aspekte, denn die Cleantech-Branche zielt auf wenig aussichtsreiche Produkte; die geschaffenen Arbeitsplätze ersetzen möglicherweise erst einmal sichere bisherige solche, die jetzt verlorengehen. Es ist aber gleichwohl zu hoffen, dass er recht hat mit den Innovations-Intention​en und dass die von ihm in sehr positives Licht gestellten Aktivitäten, die ins Auge gefasst sind, Erfolg haben werden.



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69%
(16 Stimmen)
Ernst Jacob sagte September 2019

> Und wie damals vor hundert Jahren wird sich die Lebensqualität in der Schweiz deutlich verbessern.

Sie glauben wohl an den Storch, oder sonst an etwas Abstruses. Fahren Sie doch einfach einmal von Lenzburg bis nach Suhr, und schauen Sie sich an, was da bautechnisch abgeht. Wir mauern uns zu, in noch nie dagawesenem Mass und Umfang. Und Sie sprechen von Lebensqualität.

Es wird eher nur noch bergab gehen, denn die grossen Länder dieser Welt sind erst noch für ein paar Jahrzehnte mit dem Aufbau beschäftigt, und deren Leute stehen sich politisch und wirtschaftlich nicht nur noch gegenseitig im Weg.

Grüne Wunschträume sind daher wirklich nur Träume, haben aber mit der gelebten Realität nichts zu tun.


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