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Wie Schweizer den Begriff "lebenslanges Lernen" prägten

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Der Begriff des lebenslangen oder auch: lebensbegleitenden Lernens ist sehr viel älter, als man vermuten möchte. Ertauchte erstmals 1962 bei einer UNESCO Konferenz auf. Lifelong education wurde zwar häufig thematisiert, jedoch nie genau definiert. Heute, in einer Zeit des rasanten Wandels, erfassen wir die Bedeutung dieses Ausdrucks ganz intuitiv.

 

1996 war Jahr des lebensbegleitenden Lernens

 

Bereits das Jahr 1996 wurde von der Europäischen Union zum „Europäischen Jahr des lebensbegleitenden Lernens“ erklärt. Die Begrifflichkeit bleibt nach wie vor unscharf, die Erfordernis hingegen ist glasklar zu erkennen. Wenn wir uns nicht ständig an neue Situationen und Gegebenheiten anpassen, sinken unsere Chancen, auf dem Arbeitsmarkt zu bestehen, rapide. Lebenslanges Lernen hat die größte Relevanz für die ökonomisch verwertbare Arbeit, die wir leisten. Im privaten Bereich besteht die Erfordernis nicht, immer Neues zu lernen oder wird höchstens freiwillig im Rahmen bestimmter Hobbys getan. Natürlich:  Auch das Erlernen kreativer Techniken oder die Aneignung von Spezialwissen hat einen großen Wert für den Menschen, denn es hält den Geist und teilweise auch den Körper fit und wirkt positiv auf die mentale Gesundheit. Das ist jedoch mit dem Begriff lebenslanges Lernen nicht gemeint. Das macht ihn so beängstigend für viele, gerade auch ältere Arbeitnehmer.

 

Leben​​slang unter Druck?

 

Zweifellos, die Zeiten haben sich geändert. Früher genügte das Erlernen eines Berufes, um erfolgreich dreißig oder vierzig Jahre in diesem Beruf zu arbeiten. Heute verschwinden Berufe einfach, andere entstehen ganz neu und die Arbeit des Menschen wird an vielen Stellen von Maschinen erledigt. Computer und Internet sind allgegenwärtig. Wir erleben gerade einen tief greifenden Wandel, den Übergang in ein digitales Zeitalter, was durchaus beängstigend sein kann. Denn eigentlich weiß niemand so genau, was uns in dieser neuen Zeit erwartet. Auch die sogenannten „Digital Natives“, die jungen Leute, die mit digitalen Anwendungen aufwachsen und sie ganz intuitiv bedienen, werden eine Menge zu lernen haben. Ihre Vorstellungen von der Arbeitswelt decken sich häufig nicht mit der Realität. Dennoch sind sie grundsätzlich eher bereit, neue Dinge zu lernen, während die Bereitschaft dafür bei Personen ab einem Alter von 35 rapide abnimmt, wie der schweizerische Mikrozensus Aus- und Weiterbildung 2016 ergab. Das kann für einige dieser Arbeitnehmer zum Problem werden.

 

Was kann „lebenslanges Lernen“ bedeuten?

 

Man kann sagen, dass es im Wesentlichen zwei Bereiche gibt, in denen Menschen/Arbeitnehmer​​ sich immer wieder mit Änderungen auseinandersetzen müssen:

 

  1. Im Bereich Globalisierung, Kontakt zu Menschen anderer Kulturen und neuer Märkte.
  2. Im Bereich der Technik, insbesondere aufgrund der fortschreitenden Digitalisierung.
  3. Im Bereich der Persönlichkeitsentwic​​klung.

 

Die grundlegenden Anforderungen für ein lebenslanges Lernen kann man nicht lernen, aber trainieren: Es bedeutet, offen für Neues zu sein, sich ab und an aus seiner Komfortzone zu bewegen und immer wieder andere Dinge zu probieren. Reisen, die Welt kennenlernen, mit verschiedenen Menschen sprechen und offen für ihre Ansichten sein; spielerisch mit den Dingen umgehen und eine grundsätzlich positive Sicht auf die Dinge zu haben erleichtern das ungemein.

Die Schweizer Bürger sind diesem Thema gegenüber sehr aufgeschlossen. Die meisten befürworten zum Beispiel, dass der Staat die Erwachsenenbildung subventioniert.

 

Das​​ kann man tun

 

  1. Eine neue Sprache zu lernen eröffnet neue Horizonte, nämlich die des „Fremden“. Zudem sind die meisten Unternehmen heute darauf angewiesen, sich neue Märkte zu erschließen, in vorhandenen Märkten besser verhandeln zu können und sich mit (noch) fremdsprachigen Mitarbeitern zu verständigen. Beherrscht man als Angestellter eine oder mehrere der geforderten Sprachen, macht man sich quasi unersetzlich. Am effektivsten lernt man eine neue Sprache bei einem Sprachaufenthalt, der auch auf die Bedürfnisse von Unternehmen abgestimmt sein kann. Die Kosten übernimmt in vielen Fällen der Betrieb. Doch auch, wenn das nicht der Fall ist, kann eine Sprachreise die perfekte Verbindung zwischen Weiterbildung und einem entspannten Urlaub sein, als dem man als „neuer Mensch“ zurückkehrt. Der Anbieter EF Education First hat mehr als 50 Jahre Erfahrung und bietet Aufenthalte in England, Malta, USA, Korea, Australien und Japan.
  2. Offen für technische Innovationen zu sein ist eigentlich nicht schwer, man muss nur die Scheu überwinden. Häufig denken Menschen „Das kann ich nicht“, bevor sie eine Anwendung überhaupt ausprobiert haben. Doch in vielen Fällen sind die Grundlagen nicht ausreichend: Manchen fällt der Doppelklick am PC schwer, andere kommen mit den Tasten am Smartphone nicht zurecht. Da gibt es nur eine Lösung: Üben. Entweder hat man einen „Millennial“ in der Familie, der ein wenig helfen kann oder man besucht einen entsprechenden Kurs. Das wird mit Sicherheit auch vom Chef honoriert. Wenn man erst einmal in die digitale Welt der Apps und Anwendungen eingetaucht ist, wird man sie mit Sicherheit zu schätzen wissen. Und das Schöne ist: Hat man den ersten Schritt einmal getan, wird man schnell feststellen, dass sie sich meistens intuitiv bedienen lassen. Zudem gibt es immer mehr als eine mögliche Lösung für ein technisches „Problem“, was es erleichtert, zu einem Ergebnis zu kommen.
  3. Die Anforderungen im Beruf sind in vielen Fällen größer bzw. komplexer geworden. Dafür gibt es weniger Berufe, die eine körperlich sehr belastende oder schädigende Tätigkeit mit sich bringen. Die Gesundheitsversorgung​​ hat sich verbessert und steht weiten Teilen der Bevölkerung zur Verfügung. Das bedeutet auch, dass vielen Menschen länger leben und eine größere Zeitspanne im Ruhestand zur Verfügung haben. In Berufszeiten möglichst agil und weltoffen gewesen zu sein, wirkt sich auch auf diese Phase des Lebens positiv aus. So können Menschen ihr Leben lang vom lebenslangen Lernen profitieren.

Kommentare von Lesern zum Artikel

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40%
(5 Stimmen)
Werner Nabulon sagte July 2019

Heute ist nicht lebenslanges Lernen in dem Sinne gefragt, sondern lernen wie man den Affen macht, dass man einen Job behalten kann, oder einen bekommt.


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