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SRF-Tagesschau: Flüchtlinge als IT-Experten

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Der Ver­ein Power­co­ders aus Bern bie­tet seit 2017 ein IT-­Aus­bil­dungs­pro​​​­gramm für Flücht­lin­ge an. Nach einer 3-monatigen Pro­gram­mier­aus­bil​​​­dung konn­ten bis­lang an 90% der 148 Ab­sol­ven­ten er­folg­reich ein Prak­ti­kum ver­mit­telt wer­den und 60% fan­den eine Fes­t­an­stel­lung in der IT-­Bran­che. Eine gute Sache.

 

Darüber berichtet am 20.10.2020 auch die Tagesschau zur besten Sendezeit in der Hauptausgabe. Das kann man machen. Das Problem an diesem Beitrag ist die schöngefärbte Kommentierung des Projekts in Kombination mit der fehlenden Relation zur Schweizer Asylpolitik insgesamt.

 

Auszüge aus dem Beitrag:

  • «Viele von Ihnen (Flüchtlinge) sind sehr fit am Computer.»
  • « (…) aus dem (Programm) viele Erfolgsgeschichten entstanden sind.»
  • «Aus kurzen Gesprächen sind schon viele Arbeitsverhältnisse entstanden.»
  • «Mensche​​​n mit einem Flucht- und Migrationshintergrund​​​ bringen oft sehr starke Kompetenzen und ein hohes Potenzial mit sich.»

 

Wird die Schweiz also von IT-Experten überflutet? Und das ausgerechnet über den Asylweg, wie uns die SRF Tagesschau suggerieren will?

 

Seit 2017 sind in der Schweiz rund 54'000 Asylgesuche gestellt worden. Im August 2020 beträgt der Bestand im Asylwesen rund 56'600 Personen. 148 Absolventen eines Programmierkurses für Flüchtlinge macht einen Anteil von 0.27%. Zum Vergleich: Im Jahr 2019 sind 3362 Personen aus dem Asylbereich einer Straftat beschuldigt worden (6%).

 

Die Schweizer Flüchtlingspolitik hat für die Nachrichtenmacher vor allem eins zu sein: ins positive Licht gerückt. Die 0.27%-Realität geht vor. Die 6%-Realität könnte am Ende noch der grössten Partei im Land nützen.


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