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Kann die Schweiz wirklich neutral bleiben beim Glücksspiel?

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Das Online-Glücksspiel wächst zunehmend, so dass ein Milliarden-Markt durch Internetzocken entsteht. Gerade, weil es 24 Stunden am Tag möglich ist, von zu Hause online zu zocken, hält der Fachverband Glücksspielsucht sämtliche Online-Glücksspiele für gefährlich. Die Vorsitzende vom Fachverband Glücksspielsucht Ilona Füchtenschnieder bemängelt, dass es dabei kein finanzielles Limit gibt. So etwas dürfe es aus ihrer Sicht absolut nicht geben. 

Illegale Online-Casinos bergen ein enormes Suchtpotenzial 

Aus diesem Grund sind Online-Glücksspiele in allen Kantonen nur mit spezieller Glücksspiellizenz zugelassen. Jan-Philipp Rock, Experte für Glücksspielrecht beobachtet die unzulässige Glücksspiel-Branche seit vielen Jahren. Aus seiner Sicht gäbe es ín der gesamten Schweiz einen auffallenden Widerspruch zwischen Internet-Glücksspiele​​n und dem Gesetz, welches Internetglücksspiele ausdrücklich untersagt. Es gibt viele Anbieter, die ihre Angebote in der Schweiz verbreiten. Folglich fehle es an durchgreifender Rechtsdurchsetzung. 

Mit einem geschätzten Bruttoertrag von cirka zwei Milliarden jährlich nehmen die illegalen Glücksspielmärkte gewaltig zu. Dieser Gewinn wird von ihnen fast steuerfrei eingenommen. Tilman Becker, Professor an der Uni Hohenheim fragt sich, warum die illegalen Betreiber von den Finanzbehörden nicht angeklagt werden, obwohl illegale Geschäfte auch steuerpflichtig sind. Wenn man bedenkt, was deutschsprachige Anbieter an Abgaben zahlen, sind das einige Milliarden, die von illegalen Anbietern nicht bezahlt werden. Das bedeutet, der Bund muss sich darum kümmern, denn letztendlich ist er für die Steuergesetzgebung zuständig. 

Laut den Experten von casino-casino-casino.​​net findet der Spieler im Netz ein riesengroßes Glücksspiel-Angebot. Die Betreiber arbeiten in Gibraltar oder Malta und werben offensiv in der Schweiz. Sie nehmen die deutschen Landesmedienanstalten​​ anscheinend nicht ernst, weil diese nicht in der Lage sind, alle zu überprüfen. 

 

Finanz​au​fsicht BaFin und Kreditwirtschaft weisen die Vorwürfe von sich 

Der Staat sieht zu, wie Milliarden verschenkt werden. Die zuständige Bundesanstalt BaFin spielt das brisante Thema herunter. Die Spieleinsätze und Gewinnauszahlungen im Online-Glücksspiel sind allerdings nur über Banken möglich. Die Banken schieben die Schuld an die Politik weiter, ihnen würden technische Lösungen fehlen, um illegale Zahlungen zu verhindern. Experten hätten dafür eine einfache Lösung. Richter Jan-Philipp Rock schlägt eine Whitelist vor, in der öffentlich sämtliche legitimen Anbieter verzeichnet sind. Als Umkehrschluss sind alle anderen illegal. 

 

Wegen Illegalität die Spielverluste von Banken zurückfordern 

Suchte​​xperten und Juristen sehen ein besonders hohes Gefährdungspotenzial.​​ Sie fordern deshalb, Spielschulden infolge Gesetzwidrigkeit von den Banken zurück fordern zu können. Illegale Glücksspielanbieter verfügen über keinerlei Recht auf solche Zahlungen. Der Experte für Bankenrecht Guido Lenné: "Es gibt Fälle, wo der Spieler seine Glücksspielphase ohne Schulden beenden kann, weil beispielsweise PayPal auf zigtausend Euro verzichtet hat. Wenn PayPal nicht wüsste, dass sie Illegal handeln, würde PayPal nicht darauf eingehen." PayPal will sich dazu nicht äußern. 

 

Ministerpr​äsi​denten müssen etwas klären 

Auf einer Konferenz der Ministerpräsidenten ist zu klären, ob diese Plattformen zuverlässig und vertrauenswürdig sind. Strengere Kontrollen werden von Suchtexperten gefordert. Ilona Füchtenschnieder schlägt vor, die Glücksspielaufsicht kräftiger auszubauen. Diese verfügt nicht über ausreichendem Personal und hat nicht genügend Ausstattung im Vergleich zu leistungsfähigen Online-Betreibern. Eine Einschränkung der Spieleinsätze wäre das Mindeste – wenn der Gesetzgeber die seine Vorschriften nicht durchsetzen und den Zahlungsverkehr an die illegalen Anbieter nicht unterbinden kann.

 


Kommentare von Lesern zum Artikel

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40%
(15 Stimmen)
Werner Nabulon sagte July 2019

Uns wurde bei der "neu" Gründung der Schweiz 1815 bis 1847, diese Neutralität / plus die heutigen Landesgrenzen inkl Parlament "Befohlen".
Die Alliierten damals haben das so bestimmt, und es als Pflicht der Schweiz so gegeben, Neutralität, bewaffnete Neutralität, im Notfall das Land zu verteidigen.
Also alle "Neuzeitlich" denkenden, bei denen das Land Schweiz ab 1847 anfängt, sollten sich an das Erinnern.
Es sind nicht die 1291 denkenden alten doofen SVPler die das denken, sondern Neutralität ist "modern" zum Beispiel FDP, welche am Anfang die Regierung stellten.


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87%
(15 Stimmen)
Bruno Zoller sagte July 2019

Ich denke eine Neutralität ist noch zeitgemäss. Sie muss nur eingehalten werden.
Waffenexport​, Präsenz im Kosovo und Mitgliedschaft bei der PfP lassen unsere Neutralität zur Farce verkommen.


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