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Gegen die menschenrechtsverletz​ende Genitalverstümmelung

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In der par­la­men­ta­ri­sche​n Ver­samm­lung des Eu­ro­pa­ra­tes wurde in der Herbst­ses­sion über Mass­nah­men gegen die Ge­ni­tal­ver­stüm­me​­lun­gen an Frauen be­ra­ten. Es ging ein­mal mehr um das The­ma, wie gehen wir mit frem­den Tra­di­tio­nen und Kul­tu­ren um. Und es ist halt ein­fach so, dass sich die Kon­flikte dabei oft an der Rolle der Frau ent­zün­den. Sei es bei der Ver­hül­lung der Frau, bei der Zwangs­ver­hei­ra­tun​g von Mäd­chen, beim Ver­bot von Schwim­mun­ter­richt mus­li­mi­scher Mäd­chen oder eben bei der qual­vol­len Ge­ni­tal­ver­stüm­me​­lung. Es geht immer darum was Frauen dür­fen oder nicht dür­fen oder was sie sol­len oder nicht sol­len. Und darü­ber ent­schei­den ihre Ehemän­ner, ihre Väter und Brü­der. Sie rich­ten über die Frau­en, wie sie sich ver­hal­ten sol­len, wel­che Klei­dung an­ge­mes­sen ist und wie sie leben sol­len. So be­stim­men auch Män­ner in ge­wis­sen Kul­tu­ren, dass Frauen be­schnit­ten wer­den müs­sen, damit sie gute Ehe­frauen wer­den kön­nen und stüt­zen sich dabei auf ihre Tra­di­tio­nen.

Weltweit leben mehr als 125 Millionen Mädchen und Frauen, die an ihren Genitalien verstümmelt wurden. Wir können uns nicht vorstellen, welches Leid alle diese Frauen ertragen müssen. Was sind das für Ärzte, welche ihr grausames Handeln damit begründen, dass Mädchenbeschneidung zu Sittsamkeit, Ehrgefühl und emotionalem Gleichgewicht bei Frauen führen würden. Frauen werden auf brutalste Weise verstümmelt, um sie gefügig zu machen.

In der Schweiz stellt die Beschneidung weiblicher Geschlechtsorgane eine Körperverletzung dar und ist verboten. Sie kann mit bis zu 10 Jahren Gefängnis bestraft werden. Wer eine weibliche Genitalbeschneidung durchführt, an ihr teilnimmt oder bei der Planung mitwirkt wird bestraft, egal ob es Arzt, Beschneider, Eltern oder Familienangehörige sind.

Obwohl die Schweiz die Genitalverstümmelung unter strenge Strafe stellt, nimmt sie aber auch bei uns zu. Es wandern Frauen aus Ländern ein, in denen diese praktiziert wird. Schätzungen gehen davon aus, dass in der Schweiz rund 15‘000 betroffene oder gefährdete Mädchen oder Frauen leben, welche v.a. aus Eritrea, Somalia, Äthiopien und Ägypten einreisen. Es wird darüber berichtet, dass Beschneider aus diesen Ländern einreisen, um in Hinterzimmern diese Verstümmelung vorzunehmen. In einer Umfrage erklärten 4 von 5 Gynäkologen und zwei Drittel der Hebammen in der Schweiz, Kontakt mit beschnittenen Mädchen oder Frauen gehabt zu haben.

Diese Verstümmelung von Frauenkörpern dürfen wir aber nicht hinnehmen und müssen alles nur Erdenkliche unternehmen, dass diese weltweit unterbunden wird. Genitalverstümmelung ist eine unglaublich tiefgreifende Menschenrechtsverletz​ung und eine Missachtung der Würde der Frau.

Um Genitalbeschneidung zu verhindern, braucht es deshalb mehr als ein nationales Verbot. Nur mit internationalen Strategien und Kooperationen schaffen wir es, die Frauen von diesem unendlichen Leid zu befreien.

Und wir brauchen Männer, welche bereit sind, sich für diese Frauen einzusetzen. Es war beklemmend, dass sich an der Debatte Im Europarat vom vergangenen Donnerstag lediglich ein einziger Mann zu Wort gemeldet hat.


Kommentare von Lesern zum Artikel

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39%
(18 Stimmen)
Sägesser Barbara sagte October 2016

Waris Dirie und Fadumo Korn sind "nur" zwei der Aktivistinnen gegen die Beschneidung. Aufklärung tut Not. Dies allerdings an einer Religion zuzuordnen geht mir etwas zu weit. Nicht in jedem muslimischen Land wird beschnitten. Bei der Genitalverstümmelung geht es vielmehr um Tradition und Kontrolle der weiblichen Sexualität. Zu beachten gilt hier auch noch die Sauberkeit der Beschneidung, die gesundheitliche Betreuung danach ... Zu beachten gilt auch, dass sich Frauen Schönheitsoperationen​ unterziehen wenn sie mit ihren Schamlippen etc. nicht zufrieden sind, was ich auch riskant finde obwohl hier eine Freiwilligkeit vorliegt und ev. auch gesellschaftlicher Druck (Schönheitsideal etc.)


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68%
(22 Stimmen)
Urs Gassmann sagte October 2016

Ich schliesse mich völlig dem Kommentar des Herrn G. Stamm an. Das Problem ist, dass wir die
Einwanderung der Muslime in der Schweiz in diesem ungeheuerlichen Masse zulassen. Für
diese gilt nur die Scharia und die Auflage, dass andere Gesetze nicht zu beachten sind. Frau
Schneider-Schne​iter führt mit ihrer Nebensächlichkeit (die gewiss schrecklich ist) einen Schlag ins Wasser; positiv ist nur, dass sie damit aufzeigt (ohne dies aber fokussieren zu wollen), in welcher Grössenordnung Riesenscharen von niemals integrierbaren Eingewanderten mitten unter uns sind.
Ihr fehlt ganz klar die Seelenstärke, das Zentrale anzufassen, und sie bewegt sich ziemlich feige innerhalb der ihr vorgegebenen Themengrenze (umsichtigerweise exponiert sie sich höchstens in Sachen politische Fusionen und Anschlüsse). Wie der Teufel das Weihwasser fürchtet sie die Erörterung demografischer Probleme in der Schweiz; am bekömmlichsten ist ihr, sich immer schön den Wänden nach zu bewegen. Eine Politikerin, der ausschliesslich die Sicherung ihrer Mandatseinkünfte angelegen ist! Ihrer unbedarften Wählerschaft genügt es, wenn sie sich von Zeit zu Zeit öffentlich über irgendetwas empört.

Es käme mir nicht in den Sinn, die festgefahrene Kultur der Mohammedaner aufzuwühlen und mich
über dieses Thema aufzureiben, um darüber Energien für Wichtigeres zu verschwenden.



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19%
(21 Stimmen)
Francois Gaydou sagte October 2016

Man sieht den Splitter im Auge des Nachbarn viel deutlicher als den Balken im eigenen Auge. Die Europäer haben genug Dreck am Stecken, sie sollen nicht versuchen den unterentwickelten Völkern die Moral beizubringen. Was man den Europäer vorwerfen kann ist sicher der zweite Weltkrieg, die widerrechtliche Teilung Koreas, der folgende Krieg, der Vietnam Krieg und die heillose Unordnung im Nahen Osten, an dem die USA nicht unschuldig sind. Nein, die Europäer sollen in sich gehen und darüber nachdenken, wie viel Leid sind anderen Menschen zugefügt haben. Aus diesem Grund sind sie nicht berechtigt anderen Menschen Morallektionen zu erteilen. Lassen wir diese Völker sich normal entwickeln.



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87%
(15 Stimmen)
Georg Stamm sagte October 2016

Die Genitalverstümmelung nehme in der Schweiz zu trotz harter möglicher Strafen, schreibt E. Schneider. Ist das ein Paradoxon ? Nein, denn bestraft wird leider fast nie. Ich erinnere mich nicht, jemals in der Presse darüber gelesen zu haben. Also ist das Risiko für diese Männer und allenfalls Ärzte sehr gering. Und das ist so, weil es keine Verzeigungen gibt. Die verstümmelten jungen Frauen und die anderen, die davon wissen, haben ganz einfach Angst, vermutlich zu recht. Das ist ein unguter Aspekt von Multi-Kulti mit dem wir offensichtlich leben müssen !


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