Politisches System > Sonstiges,

1521: DIE EIDGENOSSENSCHAFT WIRD EIN VASALL FRANKREICHS

Artikel weiterempfehlen

Stimmen Sie dem Artikel zu?
Melden Sie sich an und bewerten Sie diesen Artikel!

1515 hat­ten die Eid­ge­nos­sen bei Ma­ri­gnano eine schreck­li­che Nie­der­lage gegen Frank­reich er­lit­ten. U. a. des­halb muss­ten sie am 5. Mai 1521 – also heute vor 500 Jahren – mit Frank­reich einen exklusiven Sold­ver­trag eingehen. Die Eidgenossenschaft hatte König François Ier (Bild rechts) einen Bestand von 6000 bis 16000 Söldnern zu garantieren.

Die sog. Ewige Richtung von 1515 und das sog, Soldbündnis markierten also den Beginn einer neuen aussenpolitischen Orientierung der Eidgenossenschaft auf Frankreich hin – mehr oder weniger als Satellitenstaat. Von einem Beginn einer schweizerischen​​​​​​​​ Neutralitätspolitik kann also keine Rede sein.

 

 

 

Das absolutistische Frankreich band den Stadt- und den Landadel in den eidgenössischen Orten vor allem durch den Soldvertrag an sich: Die regierenden Familien waren von den Pensionen abhängig.

Das Ende der Ewigen Richtung (ewig = unbefristet) und des Soldvertrages bildete de facto erst die Besetzung der Eidgenossenschaft 1798 durch französische Truppen mit der anschliessenden Entmachtung des Patriziats und der Etablierung der Helvetischen Republik. Im Zuge der Französischen Revolution wurde der französische König hingerichtet, und beide Seiten fühlten sich nicht mehr an den Soldvertrag gebunden. Napoleon diktierte nun einfach die Bereitstellung von 10000 Söldnern.

Die Anbindung an Frankreich dauerte faktisch noch weit über 1848 hinaus – vor allem wirtschaftlich. So wurde der Schweizerfranken von der Nationalbank Frankreichs noch lange an den französischen Franc gebunden.

 

–––––––––​–––––––––––––––––––––​–––––––––––

12. Juni 2021

Der König von Frankreich band die Eidgenossenschaft (die immer noch zum HRR gehörte!) vor allem mit jährlichen stattlichen Pensionen an die eidg. Orte an sich. Darüber hinaus lebten mächtige Familien über Jahrhunderte von der Entsendung von Söldnern. Dazu kamen Handels- und Zoll-Privilegien für den Export von Waren nach Frankreich sowie verbilligte Salzlieferungen an die Viehzüchter und Käseproduzenten in der Eidgenossenschaft. 

–​–––––––––––––––––––––​–––––––––––––––––––


Kommentare von Lesern zum Artikel

Information zur Abschaltung der Kommentarfunktion

Der Verein Vimentis hat sich entschieden, die Kommentarspalte zu den Blogs zu schliessen. In der folgenden Erläuterung erfahren Sie den Grund für diesen Entscheid.

Der Blog, und dazu gehört auch die Kommentarspalte, sind ein wichtiger Teil der Diskussionsplattform von Vimentis. Gleichzeitig sind Werte wie Respekt, Anstand und Akzeptanz für den Verein von grösster Wichtigkeit. Vimentis versucht diese Werte selbst einzuhalten, sowie auch auf der Website zu garantieren.

In der Vergangenheit wurden diese Werte in der Kommentarspalte jedoch regelmässig missachtet, es kam immer wieder zu nicht tolerierbaren Aussagen in den Kommentaren. Das Löschen dieser Kommentare ist heikel und zudem mit grossem Aufwand verbunden, welcher der Verein nicht stemmen kann. Zusätzlich können die Kommentare praktisch anonym verfasst werden, weswegen eine Blockierung der jeweiligen Personen unmöglich wird.

Folglich hat der Verein Vimentis entschlossen, die Kommentarfunktion abzuschalten und nur den Blog stehen zu lassen. Der Blog erlaubt es Personen weiterhin, sich Gehör zu verschaffen, ohne sich hinter einem Pseudonym zu verstecken. Die Änderung sollte die Blog-Plattform qualitative verbessern und all jenen Personen ins Zentrum rücken, welche Interessen an einer sachlichen Diskussion haben, sowie die oben erwähnten Werte respektieren.