Lexikon: Obligation

Eine Obligation stellt ein handelbares festverzinsliches Wertpapier dar, das die Verpflichtungen des Schuldners, wie z.B. den Zeitpunkt der Rückzahlung des Nominalbetrags oder die periodischen Zinszahlungen, gegenüber dem Halter der Obligation definiert.

In fortgeschrittenen Volkswirtschaften werden Millionen von Obligationen gehandelt. Wenn grosse Unternehmen, Staaten oder sogar regionale Regierungen Geld leihen müssen, um eine neue Fabrik, ein neues Kampfflugzeug oder ein neues Schulgebäude zu finanzieren, tun sie dies oft durch die Ausgabe von Obligationen. Wenn beispielsweise das Pharmaunternehmen Novartis eine neue Produktionsstätte zur Herstellung eines Medikaments bauen will, muss es dazu die notwendigen finanziellen Mittel beschaffen. Eine von mehreren Möglichkeiten dies zu tun ist die öffentliche Ausgabe von Obligationen. Das heisst Novartis verkauft eine gewisse Anzahl von Obligationen und verpflichtet sich, den geliehenen Geldbetrag zu einem bestimmten Zeitpunkt zurückzuzahlen sowie periodische Zinszahlungen bis zum Laufzeitende der Obligation zu verrichten. Der Käufer der Obligation stellt somit der Firma Novartis sein Geld zur Verfügung und erhält dafür im Gegenzug das Versprechen auf die periodischen Zinszahlungen sowie der Rückzahlung des geliehenen Betrags. Der Käufer der Obligation kann diese bis zum Laufzeitende halten oder bereits zu einem früheren Zeitpunkt an jemand anderen verkaufen.

Wichtigste Arten von Obligationen
Neben den Standard-Obligationen, wie sie bis anhin im Text beschrieben wurden, existieren auch weitere Formen von Obligationen:
  • Standard-Obligation (Coupon Bonds): Obligationen, die periodische fixe Zinszahlungen (Couponzahlungen) sowie die Rückzahlung des Nominalbetrags am Laufzeitende beinhalten
  • Ewige Rente (Consols): Obligationen mit unbeschränkter Laufzeit, die ewige periodische Zahlungen beinhalten (Nominalbetrag nicht direkt zurückbezahlt)
  • Zero-Bonds: Obligationen, die eine einzige Zahlung am Ende der Laufzeit machen, keine Zinszahlungen
  • Variabel verzinsliche Obligationen (Floater): Die periodischen Zinszahlungen sind variabel, Nominalbetrag am Ende der Laufzeit zurückbezahlt

Zwei wichtige Einflussfaktoren auf die Höhe der Zinszahlungen
Wenn man in die Wirtschaftsteile von Zeitungen schaut findet man die Preise und Zinssätze von einigen der wichtigsten Obligationen aufgelistet. Auch wenn sich diese Obligationen zum Teil stark unterscheiden sind zwei Charakteristika von Obligationen besonders wichtig:
  • Laufzeit: Gewisse Obligationen haben eine eher kurze Laufzeit (z.B. 3 Monate), andere hingegen sehr lange Laufzeiten von bis zu 30 Jahren. Langfristige Obligationen sind riskanter als kurzfristige, da der Halter einer langfristigen Obligation sehr lange warten muss, bis er den Nominalbetrag zurückbezahlt erhält. Will er jedoch das Geld frühzeitig zurück erhalten, bleibt ihm nichts anderes übrig, als die Obligation vor Laufzeitende zu einem eventuell reduzierten Preis zu verkaufen. Zur Kompensation für dieses Risiko zahlen langfristige Obligationen in der Regel (aber nicht immer) höhere Zinsen als kurzfristige.
  • Kreditrisiko: Das Kreditrisiko bezeichnet die Wahrscheinlichkeit, dass der Schuldner z.B. aufgrund eines Bankrotts einen Teil der Zinszahlungen oder des Nominalbetrags nicht (zurück)zahlen wird. Je höher diese Ausfallwahrscheinlichkeit bei der Ausgabe der Obligation eingeschätzt wird, desto höher sind die Zinsforderungen durch die Käufer der Obligationen. Da Staaten wie bspw. die Schweiz ein sehr tiefes Kreditrisiko aufweisen, müssen sie auf ihre ausgegebenen Obligationen nur sehr tiefe Zinsen zahlen.



 

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Artikel wurde am 20.02.2014 aktualisiert


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