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Vertreten Gewerkschaften die Arbeitenden?

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"Sie ver­tre­ten die In­ter­es­sen der Ar­beit­neh­men­den ge­genü­ber den Ar­beit­ge­bern."

So ist die geläufige Definition von Gewerkschaften.

Wie weit trifft diese Umschreibung die heutige Realität?

 

Gewerksch​​​​aften sollten eine Vermittlerrollen zwischen den Arbeitnehmenden und den Arbeitgebenden einnehmen. Auch Sozialpartnerschaft genannt. Nach dem Ende des 2. Weltkrieges waren die Gewerkschaften breit abgestützt, bis ins bürgerliche Lager mit dem Landesverband Freie Schweizer Arbeitnehmer (LFSA). Man hatte grossen Anteil u.a. an der Gründung der AHV, dass ist unbestritten.

 

Im Jahre 2004 durch den Zusammenschluss von 5 Organisationen zur Unia wurde sie zur grössten Gewerkschaft der Schweiz mit knapp 1000 Angestellten und einem Jahresbudget von 140 Mio. Fr. Die Töne wurden agressiver und die Forderungen radikaler in der Arbeitnehmendenvertre​​​​terlandschaft. (Einheitlicher Mindestlohn, 1:12, Flankierende Massnahmen)

 

Aufhorc​​​​hen lassen die jüngsten Forderungen vom Schweizerischen Gewerkschaftsbund und der Unia.

Unter anderem ein Kündigungsschutz für über 50-Jährige ist kontraproduktiv und erschwert eine Neuanstellung zunehmend. Mit einem Inländervorrang, welcher in einer gewissen Initiative (Masseneinwanderungsi​​​​nitiative), welche am 9. Februar 2014 angenommen wurde vorhanden ist, wäre den ü50-Jährigen mehr geholfen.

Ebenso die Begrenzung des Pendlerabzuges auf 3655 Fr., welche Vertreter der Unia befürworteten, betrifft vor allem jene Mitarbeiter. Welche Schichtarbeiten und in Randregionen leben und somit Aufgrund der nicht vorhandenen Bahnverbindungen auf das Auto angewiesen sind, wie im Rheintal.

 

Die Gewerkschaften entfernen sich mit diesen aktuellen Forderungen, meiner Meinung nach, von den Arbeitnehmenden.

 

 


Kommentare von Lesern zum Artikel

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100%
(2 Stimmen)
Alex Müller sagte January 2017

Lieber Herr Marcel Adolf,
Hier ein Kapitel der Sozialgeschichte der Schweiz. (Sozialgeschichte umschreibt die Entwicklung einer Gesellschaft).
Gewer​kschaften sind aus sogenannten Arbeitervereinen des 18.Jahrhunderts entstanden. Hier ein Besispiel von sogenannten Errungenschaften, über welche die Fabrikarbeiter des Kantons Glarus an der Landgemeinde abgestimmt wurde:
Pioniertat
E​s ist Sonntag, der 22. Mai 1864, die Sonne hat sich gegen den Nebel durchgesetzt, und die Glarner Landsgemeinde vollbringt eine Pioniertat zum Schutz der Arbeitnehmenden. Ihre deutliche Zustimmung zum Fabrikgesetz, das eigentlich «Gesetz über die Fabrikpolizei» heisst, setzt Massstäbe. Die tägliche Arbeitszeit ist nun auf höchstens 12 Stunden reduziert, die Nachtarbeit abgeschafft, die Fabrikarbeit für schulpflichtige Kinder verboten, und «Frauenspersonen» sind vor und nach der Niederkunft während sechs Wochen von der Fabrikarbeit dispensiert."
Intere​ssant ist auch: Die Glarner wollten, dass die Frauen nachts -wegen der Kinder- nicht arbeiten mussten. Das Verbot der Kinderarbeit wurde sogar vom Landrat unterstützt mit der Begründung: .. die Kinder sollen die Schule besuchen und sich ausbilden können ... damit sie in der nächsten Generation noch in der Lage sind, unsere gut gehende Industrie weiterzuführen. Zit. Ende. Das Glarner Fabrikgesetzt war das erste in der Schweiz. Der Kanton Zürich kam erst Jahre hintennach.
Meine Interpretation zu heutigen Gewerkschaftsaufgaben​. Die Zeit hat sich geändert. den klassischen angelernten "Fabrikarbeiter" gibt es in der Schweiz -mangels Schwerindustrie- nicht mehr. Die Errungenschaften (Arbeitssicherhei SUVAt, AHV, ALV, bezahlte Ferien, gesetzliche Feiertage, GAV)sind etabliert . Man könnte meinen, es gebe für die ewerkschaften nichts mehr zu tun. Aber es tauchen immer wieder neue "Erfindungen" von seiten der Arbeitgeber auf, welche beobachtet werden müssen: Lohndumpin, durch Sub- unter-unter-Verträge auf Baustellen. Unterbezahlte Scheinselbständigkeit​. Z.B. Gibser, aus Polen, welche sich hier als Selbständige Gibser ausgeben, aber durch eine Vermittlung herkamen. Ihr Lohn wird dann zu polnischen Löhnen ausbezahlt. (Stattgefunden in Davos bei einem Hotelbau). Oder H&M sucht "Hausfrauen, welche eine Nebenverdienst suchen. Der Trick. Niemand wird über 50% angestellt, sonst würde man ja merken ,dass man von den 100% des Lohnes gar nicht leben könnte. Anderes Bespiel. OPEL Deutscchland hat ca 20% ihrer Belegschaft "auwgegliedert" und gleich wieder durch eine Arbeitsvermittlerfirm​a zu niedrigem Lohn angestellt. Sie arbeiten auch am gleichen Arbeitsplatz in der Fabrik. Dafür gibt es jetzt für die gleiche Arbeit zwei verschiedene Löhne. (Zur öffentlichen Erniedrigung, tragen die ausgegliederten Arbeiter auch eine andere Farbe Übergwändli).
NOoch ein letzter Satz: Der langjährige Nationalrat Helmut Hubacher schreibt in seinem Buch "Das habe ich gerne gemacht" (Zytgloggeverlag 2016):Seite 285:... 40 Prozent der Arbeiter wählen SVP, nur 19% die SP. Sie können sich dennoch auf die SP verlassen.Bei der AHV, beim Krankenversicherungsg​esetz oder anderen Sozialanliegen ergreift die SP dann das Referendum, wenn die vorlage schlecht ist für die Lohnabhängigen. Dann stimmen die SVP-Arbeiter für das Referendum. so haben si "Figgi und Müli"..Zitat ende.


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33%
(9 Stimmen)
J. Wolf sagte January 2016

Ich finde es immer so rührend, wenn sich "Rechte" für "Linke" Themen einsetzen, "Strassenturbos" sich um den Umweltschutz sorgen und Vertreter des freien, ungehinderten Marktes sich für die Interessen der Arbeitnehmer stark machen.

Oder nein - eigentlich finde ich es nicht rührend, sondern einfach nur lächerlich.


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50%
(14 Stimmen)
Anna Spescha sagte January 2016

Flankierende Massnahmen sind echt radikale Forderungen! Diese hat die SVP abgelehnt, obwohl diese sehr wirksam gewesen wären. Viel wirksamer als ein "Inländervorrang", an den sich SVP Unternehmen selbst nicht halten. Ein Mindestlohn oder flächendeckende GAVs sind ebenfalls viel wirksamer. Aber halt unangenehm für die Arbeitgeber, da nicht so einfach zu umgehen wie der Inländervorrang (Martullo-Blocher macht's dort gut vor)...



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54%
(13 Stimmen)
Jürg Wolfensperger sagte January 2016

Am besten vertreten werden Arbeitnehmer nach wie vor von den Firmen-internen Angestellten-Vereinig​ungen,die ganz nah am Geschehen sind und sich zumeist auch sehr gut mit den dortigen Verantwortlichen verstehen.Gewerkschaf​ten sind für mich völlig überflüssig geworden,weil sie längst versuchen ihre Mitglieder zu instrumentalisieren bei zumeist dubiosen Dingen,die nur kontra-produktiv sind.Wirkliche Hilfe für Arbeitnehmer sieht anders aus.


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