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Klimastreik: Gedanken eines jungen Politikers

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Wenn tau­sende Kin­der und Ju­gend­li­che in der Schweiz auf die Strasse ge­hen, ist es ge­rade als Jung­par­tei wich­tig, ihre An­lie­gen ernst zu neh­men. Ich be­grüsse es, wenn Junge Zeit­ge­nos­sen sich über un­sere ge­mein­same Zu­kunft äus­sern. Die Brü­cken­funk­tion zwi­schen der jun­gen Ge­ne­ra­tion und der eta­blier­ten Po­li­tik, wel­che die Jung­frei­sin­ni­gen seit über 100 Jah­ren wahr­neh­men, ist auch hier ge­fragt.

Die Streiks haben in den letzten Wochen viel Aufmerksamkeit erhalten – wegen der professionellen Organisation, aber auch den selbstbewussten Forderungen, die an die Politik gestellt werden. Das Momentum haben einige Parteien links der Mitte genutzt, um verschiedene Vorstösse – zum Beispiel mit der Forderung eines ‚Klimanotstands‘ – einzureichen. Dies im Wissen, dass ein solcher ‚Notstand‘ einerseits nur einen symbolischen Charakter aufweist und andererseits der Charakter eines Notstands nicht erfüllt ist, denkt man an die Katastrophen auf der ganzen Welt, wo ein Notstand ausgerufen werden musste.

Die Bewirtschaftung des Themas mittels Symbolpolitik wird der Ernsthaftigkeit der Anliegen der jungen Generation nicht gerecht. Nicht nur das: in die Sackgasse führt uns auch eine Verbots- und Bevormundungspolitik,​ die von Jung und Alt in der Schweiz nicht mitgetragen wird, wie vor Kurzem eine repräsentative Umfrage von BLICK gezeigt hat. Wir müssen also einen anderen Weg finden.

Ehrgeizige Ziele – sei es eine Reduktion der Treibhausgasemmission​en um 50 % (Forderung Pariser Abkommen) oder 100% (Forderung Klimastreik) bis 2030 – geben eine Richtung vor, woran sich die Politik zu orientieren hat. Die Forschung und Entwicklung tüftelt nicht erst seit gestern an Technologien „made in Switzerland“, die einerseits ermöglichen, dass wir unser tägliches Leben klimafreundlicher gestalten können, aber andererseits auch versuchen, die Verschmutzung durch bestehende Emmissionen zu verringern (z.B. indem CO2 aus der Luft gefiltert wird). Hier muss weiterhin investiert werden.

Doch damit ist es noch nicht getan. Aus diesem Grund wird – insbesondere von meiner Kollegin, die den Jungsozialisten vorsteht – ein Systemwechsel gefordert. Doch einen Rückschritt in ein sozialistisches System können wir uns nicht erlauben. Anstelle pauschal „die Wirtschaft“, „die Politik“ oder „das System“ (ja, welches überhaupt?) zu beschuldigen, wünsche ich mir eine konstruktive Mitarbeit, auch von den Klimastreikenden. Die Politik lebt von den Inputs „von aussen“. Wer denkt, dass nur mittels Streiks die Gesetzgebung geändert werden kann, der irrt. Die FDP hat angekündigt, mit einer gross angelegten Mitgliederbefragung den umweltpolitischen Kurs der Zukunft mitzubestimmen. Wir können in Parlamenten auf allen Ebenen (kommunal, kantonal, national) für einen umweltfreundlichen Kurs eine Mehrheit beschaffen. Dieser Kurs muss folgenden Fokus haben (und nicht für eine Ideologie herhalten):

  • Umweltsün​der müssen für die von ihnen angerichteten Schäden aufkommen
  • Regulierung​en, welche uns Menschen daran hindert, der Umwelt Sorge zu tragen, müssen gelockert werden (gilt insbesondere für den Gebäudebereich, der einen grossen Anteil an unserem CO2 Ausstoss hat)
  • Ein Mobility-Pricing und Anreize für eine CO2-arme Fortbewegung lösen den Knoten in der Verkehrspolitik
  • Die Energieversorgung muss sicher, planbar und CO2-arm sein

Dieser Fokus muss in konkrete Forderungen übersetzt werden. Und hier richte ich mich direkt an die Klimastreikenden: bringt euch ein und helft mit. Wandelt Eure Wut, Eure Energie, welche ihr in die Streiks setzt, in positive Energie und Gespräche mit Politikern um. Wir Freisinnigen sind dabei, eine Dekarbonisierungsstra​tegie zu erarbeiten. Habt ihr Inputs? Meldet Euch, es wäre mir eine Freude, gemeinsam die Zukunft zu gestalten.


Kommentare von Lesern zum Artikel

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33%
(3 Stimmen)
Rudolf Oberli sagte Vor 25 Tagen

"Wenn tau­sende Kin­der und Ju­gend­li­che in der Schweiz auf die Strasse ge­hen, ist es ge­rade als Jung­par­tei wich­tig, ihre An­lie­gen ernst zu neh­men."

Nur, sobald tausende auf die Strasse gehen, sonst nicht? Und dann beginnen die Freisinnigen sofort eine "Dekarbonisierungsstr​​a​tegie" zu "erarbeiten"?


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57%
(7 Stimmen)
Willi Frischknecht sagte March 2019

Ich glaube sie sind in der falschen Partei...Ok auf die FDP kann man sich schon länger nicht mehr verlassen und die Windfahnenpolitik ist auch nicht gerade Vertrauensbildend.
Wenn dann Forderungen wie Mobility-Pricing aus der FDP Ecke kommen, dann frage ich mich schon was die noch von der GLP unterscheidet.




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70%
(10 Stimmen)
Ernst Jacob sagte March 2019

> Wenn tau­sende Kin­der und Ju­gend­li­che in der Schweiz auf die Strasse ge­hen, ist es ge­rade als Jung­par­tei wich­tig, ihre An­lie­gen ernst zu neh­men.

Ich wäre wohl auch auf die Strasse gegangen, als in der Schule rumzuhocken, umsomehr, wenn irgendwelche Medienfritzen mich dann auch noch fotografieren würden, und ich so sogar eine lokale oder regionale Medienpräsenz erhalten würde. Wäre doch geil, oder etwa nicht ?!

Und wo sollen arme Staaten das Geld her nehmen, wie mein Vorredner ja schon meinte, wenn es nicht einmal uns mehr gelingt, die ständig nur noch steigenden Kosten in den Griff zu bekommen ? Man weiss nämlich jetzt schon, dass in 10 Jahren schon die AHV und Pensionskassen die Renten nicht mehr ausrichten können, ohne dass man anderso ganz massiv den Sparhebel ansetzt, oder zumindest über die Umlagerung und Erhöhung anderer Steuern dafür sorgen muss, dass das Rentensystem nicht auseinander fällt.

Und wenn dann auch noch Europa in der Schweiz zu herrschen beginnt, wird es nur noch eine Frage der Zeit sein, bis entweder der Wert der Frankens halbiert werden muss, oder sehr viele Leute, insbesondere auch Zuwanderer|innen, die über ein begrenztes Allgemeinwissen verfügen, in eine Armutsfalle abgleiten, die wahrscheinlich unser System in seinen Grundfelsen erschüttern dürfte.

Aber darüber spricht man natürlich lieber nicht, denn man hat ja auch keine Lösungen dafür, ganz speziell als kleine Partei, die ja nur verlieren könnte, wenn man sich mit sowas befasst. Dann schon lieber die Kinder mithelfen lassen, möglichst organisiert natürlich, das lenkt zumindest von den wichtigen Theme ab.

Sie dürften es noch lernen, in Ihrem Alter. Den harten Weg, und das ist gut so. Anders lernt man ja nichts, im realen Leben zumindest.



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11%
(9 Stimmen)
Georg Bender sagte March 2019

Der von Menschen verursachte Klimawandel ist das eine, aber zu glauben, die Alten" würden das aus nicht getilgten Bankkrediten bestehende Geldumlagevolumen für ihre Renten, verbrauchen ist hanbüchen, kann nur mit dem ebenfalls von "Alten" (ich war auch einmal jung) indoktrinierten Virus Zahler zusammen hängen! Das Geldsystem wird auch noch völlig falsch gelehrt. Das Geldguthaben entsteht aus Bankkrediten und Bankinvestitionen (teilweise verfassungswidrig) und wird als Ziffern in den Bankbuchhaltungen verbucht! Das Geld wird erst bei Rückbuchung auf das Bankkonto des Schuldners vernichtet! Die Abzahlung kann jedoch nur mit Neuverschuldung oder Besitzumlage (Passivumlage) umgesetzt werden.

Also Klima hat auch mit Geld zu tun, darum sollte man auch das Geldsystem verstehen, um zu erkennen, dass die Armut und Existenzkämpfe auch organisiert sind und nicht Gott gegeben sind!

Herr Andri Silberschmidt gehört definitiv nicht zu den Menschen, welche den Virus Zahler überwunden haben, nein er benutzt ihn wie die "Aktivisten"! Blöd gebildet und nichts dazulernen!

In diesem Sinne wünsche ich viel Kraft und korrekte Gedanken ohne Hetze sondern Aufklärung; denn die Alten, Journalisten und Regierende verstehen zu 99% die Auswirkung der Geldschöpfung aus dem Nichts zur Abdeckung der gegenseitigen Leistungserbringung nicht! Das in der volkswirtschaftlichen​ (realen) Leistung und den Ziffern (= Geld), die dieses ausdrücken, bereits alles enthalten ist, was man mit diesem Geld machen kann, ist logisch klar, dass wir niemals Zahler sein können.
Wahrheitsfindung zitiere ich sinngemäss noch Herrn Wirtschaftsprofessor William Mitchell, University of Newcastle, Australien, aus dem Buch von Warren Mossler "Die sieben unschuldigen, aber tödlichen Betrügereien der Wirtschaftspolitik": "Die Verbreiter der Zahler Mythen sind nicht nur im Unrecht, sondern auch nicht schlau genug, um zu verstehen, was sie anrichten. Jede Behauptung, es doch vorher schon verstanden zu haben, wird zu einem Schuldeingeständnis - eine undenkbare Selbstbeschuldigung. Zu den Tölpeln, die "unschuldig" diese billigen Unwahrheiten weiterverbreiten, gehören Ökonomen, die Medien und vor allem die Politiker, Zitatende.







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64%
(14 Stimmen)
Hans Knall sagte March 2019

Obschon Sie es „durch die Blume“ andeuten, Herr Silberschmidt, kommt in Ihrem Artikel kaum zur Geltung, dass „Streiks“ oder „Demonstrationen“ eben genau dem „Systemwechsel“ entsprechen, welchen die Sozialisten fordern.

In einer direkten Demokratie sind solche Schreiereien kein probates Mittel um die Politik zu beeinflussen. Denn bei uns gibt es die Bürgerrechte mit denen jeder Bürger die Möglichkeit hat, direkt einzugreifen. Es gibt gar keine Politiker, welche die Macht hätten die geforderten Änderungen ohne Volksmehrheit durchzusetzen, wie es die Agitatoren wollen!

Ihr Lavieren zeigt deutlich den Charakter der FDP. Eigentlich wüssten deren Anhänger im Grunde, wie unsere Demokratie funktioniert, aber die Sehnsucht zu „den Guten“ zu gehören lässt sie alle Prinzipien auf den Müllhaufen der Geschichte werfen. Das geht, wie man aktuell mitverfolgen kann so weit, dass sogar die Souveränität unseres Landes geopfert werden kann, wenn damit nur eine Chance besteht, mit falschen Versprechen die unbedarften und manipulierten Wähler zu kaufen.

Ihr Anbiedern bei den Schreihälsen wirft ein entsprechendes Licht auf die junge FDP, die anscheinend jeden sozialistischen Dreh der Mutterpartei geflissentlich mitträgt.


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82%
(11 Stimmen)
jürg wolfensperger sagte March 2019

Na ja,Herr Silberschmidt..!!..au​ch wenn alle Ihre Forderungen den Bach ab gehen!Trösten Sie sich damit,dass ausserhalb der Schweiz,also im Rest unserer Welt alles so weitergeht,wie bisher!
Mit Zig.-Millionen von Holzhäuschen in Russland,Japan,China,​wo ganz normal ihre Häuser mit Holz beheizt werden.Selbstverständ​lich kennen die dort auch keine Filter die den abgehenden Rauch Filtern,damit die Luft nicht derart verpestet wird.Tja und die alten Auto-Kisten verfrachtet man nach Polen,Tschechien,Rumä​nien wo als erstes der Katalysator ausgebaut wird,damit die alte Kiste wieder etwas mehr Temperament bekommt.Was haben wir für Luxus-Probleme!Wo sollen arme Staaten das Geld her nehmen um Forderungen,wie Sie hier aufzählen jemals umsetzen zu können!!!..ja ich setze drei Ausrufezeichen!...und​ die Luft anhalten will ich auch nicht....!!...auch wenn da Co2 heraus kommt.


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